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Mercator

 
     
  Gerard, (Gerhard Kremer) latinisiert aus Krämer, Humanist, Kalligraph, Kartograph und Kupferstecher, * 5.3.1512 Rupelmonde (Flandern), † 2.12.1594 Duisburg; philosophische und mathematische Studien in Löwen (1532 Magister artium), zuletzt unter Gemma Frisius (1508-1555); danach widmete sich Mercator geographischen Studien und stach 1537 eine Karte von Palästina in 6 Blättern und nach Geländeaufnahmen eine Karte von Flandern (Kupferstich, 1:172.000, Löwen 1540). 1541 folgte sein "Globus terrestris" (41,5 cm Durchmesser) - verzeichnet sind die "Magnetum insula" und Kurslinien (Loxodromen). Erst 1551 war der Himmelsglobus fertig. Seine Schrift zur Kartenkursive erlebte von 1540 bis 1557 fünf Ausgaben. Seit 1546 fertigte Mercator im Auftrag von Kaiser Karl V. wissenschaftliche Instrumente. Nach 16jähriger Arbeit vollendete Mercator - seit 1552 in Duisburg ansässig - 1554 seine grosse Karte "Europae descriptio" im Massstab 1:4.280.000 (132×159 cm, 15 Sektionen), die erst 1889 wieder aufgefunden wurde. Eine 2. korrigierte und vervollständigte Ausgabe gab C. Plantijn (1520?-1589) in Antwerpen 1572 heraus. Seine kosmographischen Vorlesungstexte publizierte 1563 sein Sohn B. Mercator. Seit 1561 war G. Mercator an Grenzvermessungen des Herzogtums Westfalen beteiligt und mit der Vermessung von Lothringen beschäftigt. Kartographisch folgte nach dreissigjähriger Arbeit für Entwurf und Stich 1569 die grosse Erdkarte "Nova et aucta orbis terrae descriptio ad usum navigantium" in 18 Sektionen (Äquatormassstab 1:21.000.000), die, in der nach ihm benannten Zylinderprojektion der wachsenden Breiten entworfen, besonders für die Seefahrt geeignet ist, so dass bis in die Gegenwart nahezu alle Seekarten in Mercatorprojektion (Zylinderentwürfe) entworfen sind. Als Alterswerk arbeitete er an einer umfassenden "Cosmographie", von der 1568 in Köln die "Chronologie" erschienen ist; ihr folgte eine gründlich bearbeitete Ptolemäus-Ausgabe (27 Karten, Köln 1578; mit lateinischem Text der "Geographie", 2. Ausgabe 1584). Vom Teil "moderne Karten" erschien die erste Lieferung 1585 (51 Karten von Frankreich, Deutschland u.a. Ländern), die 2. 1589 (23 Karten von Italien und Südosteuropa); den 3. Teil "Atlantis pars altera" mit 33 Karten gab sein Sohn R. Mercator (1546/48-1614) 1595 heraus mit dem Gesamttitel "Atlas sive Cosmographicae Meditationes de Fabrica Mundi et fabricati figura". Die Bezeichnung Atlas wurde seitdem zum stehenden Begriff für solche systematisch geordneten Kartenfolgen. G. Mercator war als Philosoph, Humanist und Kupferstecher mit seinen kartographischen und textkritischen Werken massgeblich an der Herausbildung eines modernen Erd- und Weltbildes beteiligt. Der Mercator-Atlas mit 107 Kartenblättern kam 1602 neu heraus; 1604 gingen die Kupferplatten an Gerard II. Mercator (ca. 1563-1627/28) über, der sie an Hondius verkaufte.  
 

 

 

 
 
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