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Injektionstechnik

 
     
  Technik zur Verpressung von Injektionsmittel. Durch verschiedene Injektionstechniken werden dem Untergrund unter Druck Injektionsmittel zugeführt. Der Druck wird in Abhängigkeit von dem Durchlässigkeitsbeiwert des Gesteins, den geologischen Rahmenbedingungen und den technischen Gegebenheiten festgelegt und durch den WD-Test bestimmt. In Oberflächennähe sollte mit geringem Druck verpresst werden, um nachteilige Auswirkungen, wie Hebung der Oberfläche oder Entstehung weiterer Risse im Gebirge bzw. Untergrund zu vermeiden. Es gibt aber auch Verfahren, bei denen durch erhöhten Druck erneuter Hohlraum erzeugt werden soll, der dann verfüllt wird. Die Drücke reichen an der Oberfläche bis max. 0,5 MPa, in der Tiefe 1,5-2 MPa. Die Injektion erfolgt nach Heitfeld (1965) in verschiedenen Schritten. Zuerst werden bei geringem Druck die grösseren Klüfte verfüllt. Für eine möglichst weitreichende Verfüllung der Klüfte muss eine genügend hohe Pumpenleistung sichergestellt sein. Weiterhin soll ein Zusammenschluss der einzelnen Einpressbereiche untereinander erreicht werden. Dann erfolgt ein Druckanstieg (Verpressphase). Der vorgesehene Maximaldruck soll in dieser Phase erreicht und mindestens zehn Minuten gehalten werden, ohne dass noch Verpressgut aufgenommen wird. Die Relation Verpressdruck/Aufnahmemenge kann durch Veränderungen der Wasser-Zement-Mischungen gesteuert werden. Die Festlegung des maximalen Injektionsdruckes ist abhängig von der Art und der Mächtigkeit des überlagernden Gebirges. In den USA liegen die Steigerungsraten in festen Gesteinen bei durchschnittlich 25 KPa pro Meter Überlagerungshöhe und in weichem Gestein bei 10 KPa pro Meter. In Europa betragen die Steigerungsraten bis zu 100 KPa pro Meter Überlagerungshöhe. Abhängig von der Standfestigkeit des Bohrloches wird eine Injektion von unten nach oben oder in brüchigem Gestein von oben nach unten durchgeführt. Die Injektion erfolgt in verschiedenen Stufen, deren Länge etwa 5 m beträgt, sich mit Erhöhung der Aufnahmefähigkeit des Gesteins jedoch verkürzen. In massigen Gesteinen kann ein Bohrloch auch einheitlich verpresst werden (Einlochmethode).  
 

 

 

 
 
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