Lexikon Geologie Geografie Geowissenschaften  
Suche :        
   A   B   C   D   E   F   G   H   I   J   K   L   M   N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   X   Y   Z   #   

 

 
 

Isostasie

 
     
  1) Geodäsie: Zustand des hydrostatischen Gleichgewichts der Erdkruste bzw. Lithosphäre. Massenüberschüsse infolge der Topographie im kontinentalen Bereich bzw. Massendefizite im ozeanischen Bereich werden jeweils durch Kompensationsmassen ausgeglichen. Das Phänomen der Isostasie wurde erstmals 1749 von P. Bouguer entdeckt, dem auffiel, dass die Massenanziehung der Anden deutlich kleiner als erwartet war. Bestätigt wurde diese Beobachtung im Rahmen der Kolonialvermessung in Indien (1800-1870): Die Auswirkungen der Massen des Himalaya auf die Lotabweichung war wesentlich geringer als aus den sichtbaren Massen berechnet. Ab Mitte des 19. Jh. wurden verschiedene Isostasiemodelle zur Beschreibung und Erklärung des Phänomens eingeführt. Die Bezeichnung "Isostasie" stammt von C.E. Dutton (1889). 2) Physik/Geophysik: Schwimmgleichgewicht, ein Körper, der in einer dichteren, d.h. schwereren Flüssigkeit schwimmt, befindet sich in einem statischen Gleichgewicht (Abb.). Aus Schweremessungen und entsprechenden Reduktionen (Schwerereduktion) lässt sich ermitteln, ob eine topographische Anomalie, z.B. ein Gebirge, sich im Schwimmgleichgewicht befindet oder nicht,


d.h. ob eine isostatische Anomalie vorliegt oder nicht.

IsostasieIsostasie: Ein schwimmender Körper kann sich in drei unterschiedlichen Zuständen befinden. Oberes Bild: Fall A: Schwimmgleichgewicht oder Isostasie. Fall B: Der Körper wird in die Flüssigkeit gedrückt, er versucht aufzusteigen. Fall C: Der Körper wird nach oben gedrückt, er versucht einzusinken. Unteres Bild: Der Massenüberschuss oberhalb der Flüssigkeitsoberfläche wird rechnerisch entfernt und auf das Volumen des Restkörpers unterhalb der Flüssigkeitsoberfläche verteilt. Ausserdem wird der Messpunkt auf das Niveau der Flüssigkeitsoberfläche verschoben. Fall A: Der Restkörper und die Flüssigkeit haben jetzt die gleiche Dichte, es verbleibt keine Schweredifferenz, d.h. die isostatische Anomalie verschwindet (ΔgIsostasie = 0). Fall B: Der Restkörper hat gegenüber der Flüssigkeit eine noch zu geringe Dichte, er steigt auf. Die isostatische Anomalie ist negativ (ΔgIsostasie < 0). Fall C: Der Restkörper hat gegenüber der Flüssigkeit eine zu grosse Dichte,


er sinkt ein. Die isostatische Anomalie ist positiv (ΔgIsostasie > 0).
 
 

 

 

 
 
Ein Bookmark auf diese Seite setzen:
 
 

 

 

 
 
<< vorheriger Begriff
 
nächster Begriff >>
Isoseiste
 
Isostasiemodell nach Airy-Heiskanen
 
     

Weitere Begriffe : blockierendes Hoch Aspektwechsel Erz

 

 
Startseite GeoDZ
Copyright © 2010 GeoDZ.com. All rights reserved.  Nutzungsbedingungen  |  Datenschutzbestimmungen  |  Impressum