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Fruchtfolge

 
     
  in der Landwirtschaft Bezeichnung für eine bestimmte zeitliche Aufeinanderfolge und die regelmässige Wiederkehr der Feldfrüchte auf dem gleichen Schlag. Für die konkrete Abfolge der Fruchtarten ist das jeweilige Zusammenspiel ökologischer und ökonomischer Faktoren ausschlaggebend (Tab. 1). Neben den Nährstoff-, Wasser- und Klimaansprüchen der Pflanzen, der Vorfrucht- und Intervallansprüche der einzelnen Fruchtarten sind auch Saatzeiten, Arbeitsaufwand, Maschineneinsatz und Marktansprüche zu berücksichtigen sowie die Verträglichkeit der Pflanzenarten mit sich selber. Kulturpflanzen, die aus phytosanitären Gründen längere Anbaupausen verlangen, sind nicht mit sich selbst verträglich. Ziel der Fruchtfolgewirtschaft ist es, Ertragsverluste durch Fruchtfolgeschäden zu vermeiden. Diese treten z.B. auf beim häufigen Anbau der gleichen Kultur (Monokultur) in Form von Anreicherung pilzlicher und tierischer Schaderreger. Hierzu zählen beispielsweise Fusskrankheiten des Getreides, die nicht vollständig durch Fungizide eliminiert werden können, oder Nematoden (Fadenwürmer) im Zuckerrüben- und Kartoffelanbau, welche den Einsatz von Nematiziden erfordern. Diese bodenbürtigen Schaderreger werden im Unterglasanbau durch aufwendige Verfahren der Bodendämpfung und Bodenbegasung kontrolliert. Des weiteren führt die einseitige Ausrichtung auf wenige oder nur eine Kultur zu einer stärkeren Verunkrautung, da durch die Ansprüche an die Keimungsbedingungen die Mehrzahl der Samenunkräuter in bestimmten Feldfrüchten besonders häufig vorkommen, z.B. Flughafer in Sommergetreide oder Windhalm und Ackerfuchsschwanz in Wintergetreide. Die Kenntnis über die Wachstumsbedingungen kann genutzt werden, um in sog. Reinigungsfruchtfolgen die Unkrautkonkurrenz ohne den Einsatz von Herbiziden zu reduzieren. Angebaut werden besonders konkurrenzstarke Getreidearten (z.B. Winterroggen) mit anschliessendem Futterbau (z.B. Kleegras) mit mehrfacher Schnittnutzung und nachfolgend Hackfruchtanbau (z.B. Kartoffel) mit intensiver mechanischer Unkrautkontrolle. Neben dem genannten biologischen Zwang zur Fruchtfolge müssen auch die einseitige Beanspruchung des Bodens hinsichtlich der mechanischen Belastung und der einseitigen Ausschöpfung der Bodenressourcen genannt werden. So ist ein hoher Anteil an Hackfrüchten (Rüben, Kartoffeln) mit dem Einsatz schwerer Maschinen verbunden, die zu Bodendruckschäden führen können. Gleichzeitig wird die Bodenfruchtbarkeit durch die intensive Bodenbearbeitung (Häufeln, Striegeln) beeinträchtigt, da die Mineralisierung angeregt wird, was zum Humusabbau (Humus) beiträgt. Als Fruchtfolgesysteme (Tab. 2) unterscheidet man die Felderwirtschaften (Dreifelderwirtschaft, verbesserte Dreifelderwirtschaft, Mehrfelderwirtschaften), die Fruchtwechselwirtschaften (einfacher Fruchtwechsel, Doppelfruchtwechsel, Überfruchtwechsel) und die Wechselwirtschaften oder Feldgras-Kleegrassysteme (Kleegras-Wechselwirtschaften, Luzerne-Wechselwirtschaften, Gras-Wechselwirtschaften). Bei Monokulturen handelt es sich um den alleinigen Anbau einer Kultur, demzufolge nicht um eine Fruchtfolge. Monokulturen mit beispielsweise Weizen oder Mais haben ihre Verbreitung unter günstigen Klimabedingungen und mit der Entwicklung des chemisch-synthetischen Pflanzenschutzes gefunden.




FruchtfolgeFruchtfolge (Tab. 1): Fruchtfolgewechselsysteme in verschiedenen Klimazonen. Die Zahlen bezeichnen die Jahre des Fruchtwechsels, Wi = Winter-, So = Sommer-, Zw = Zwischenfrucht, bew. = bewirtschaftet.

FruchtfolgeFruchtfolge (Tab. 2): verschiedene Fruchtfolgesysteme (Halmfrucht = Getreide; Blattfrucht = z.B. Rüben, Kartoffeln, Leguminosen).
 
 

 

 

 
 
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