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Feuchtgebiet

 
     
  wetland, 1) Gebiete, in denen Wasser in kleineren oder grösseren Mengen, stehend oder fliessend, oberirdisch oder als bis in den Wurzelraum der Pflanzen reichendes Grundwasser periodisch oder dauerhaft angesammelt ist, z.B. Sümpfe, Moore, Auen. In ihnen tritt Wasser als primärer Kontrollfaktor für die Umwelt und die darin lebenden Pflanzen und Tiere auf. Feuchtgebiete sind Übergangsbereiche zwischen dem Hinterland und aquatischen Lebensräumen. Man unterscheidet marine, estuarine, lakustrine, riverine und palustrine Feuchtgebietssysteme. Meist handelt es sich um Hohlformen im Gelände (Täler, Senken, Becken). Beispiele sind die Everglades in Florida (USA) und der Pantanal (Brasilien). Feuchtgebiete nehmen eine wichtige Funktion bei der Selbstreinigung der Gewässer ein und bieten durch eine hohe Standortvarianz und Grenzliniendichte einen sehr vielfältigen Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Insbesondere weisen intakte Flussauen mit Abstand die höchste Biodiversität aller in Mitteleuropa vorkommenden Lebensräume auf. Im Zuge der Bevölkerungszunahme, der Industrialisierung und der Intensivierung der Landwirtschaft sind allerdings viele der ehemals vorhandenen Feuchtgebiete durch Trockenlegung, Flussregulierung, Torfabbau und Eutrophierung bereits in hohem Masse zerstört worden. 2) Ramsarschutzgebiete, Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung im Sinne des 1971 in Ramsar (Iran) geschlossenen Übereinkommens ("Ramsarkonvention"). Darin sind Feuchtgebiete als Landschaftssökosysteme mit Feuchtwiesen, Mooren, Sümpfen oder Gewässern definiert, die natürlich oder künstlich, dauernd oder zeitweise, stehend oder fliessend, süss oder brackig sind, einschliesslich jener Meeresgebiete, die bei Niedrigwasser eine Tiefe von 6 m nicht überschreiten (Litoraea). 1998 existierten weltweit 957 Ramsarschutzgebiete mit einer Fläche von 704.295 km2,


davon in der BRD 31 Gebiete (6067 km2), in der Schweiz 8 Gebiete (705 km2) und in Österreich 9 Gebiete (1028 km2).
 
 

 

 

 
 
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