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polarisiertes Licht

 
     
  man unterscheidet linear polarisiertes, zirkular polarisiertes und elliptisch polarisiertes Licht. Linear polarisiertes Lichtschwingt in einer Ebene, die als Schwingungsebene bezeichnet wird. Bei zirkular polarisiertem Lichtund elliptisch polarisiertem Licht stellt die Projektion der Schwingungsbahnen senkrecht zur Fortpflanzungsrichtung Kreise oder Ellipsen dar. Entsprechend dem Umlaufsinn unterscheidet man in solchen Fällen rechts- und links-zirkular polarisiertes bzw. rechts- und links-elliptisch polarisiertes Licht. Die Erzeugung des bei polarisationsoptischen Untersuchungen verwandten linear polarisierten Lichtes geschah früher mit stark doppelbrechenden Kristallen, heute überwiegend mit Polarisationsfiltern, die aus Kunststoffolien hergestellt werden. Diese Einrichtungen heissen Polarisatoren. Polarisation kann auch durch Absorption erzeugt werden. Licht wird beim Durchtritt durch orientiert geschnittene Turmalinkristalle in zwei Wellen zerlegt, die parallel zur c-Achse des Turmalins nur wenig, senkrecht dazu jedoch stark absorbiert werden. Bei genügender Dicke der Kristallplatte wird eine Welle vollständig absorbiert, während die andere als linear polarisiertes Lichtwieder austritt. Diese Methode liefert jedoch nur eine geringe Lichtintensität und ist daher für polarisationsoptische Instrumente wenig geeignet. Eine bessere Ausbeute an polarisiertem Licht erhält man durch Doppelbrechung und Totalreflexion des Lichtes in anisotropen Kristallen. Besonders gut eignet sich für diese Methode, die bis zur Herstellung von organischen Polarisationsfiltern fast ausschliesslich angewandt wurde, die stark doppelbrechende, wasserklar durchsichtige Varietät des Calcits, der nach seinem Vorkommen auch als Isländischer Doppelspat bezeichnet wird. Beim Durchtritt durch zwei Kalkspatprismen, die in einer bestimmten Form zusammengesetzt sind, entstehen zwei linear polarisierte Wellen, die senkrecht aufeinander stehen. Man bezeichnet sie als ordentliche Welle o (ordinär) und ausserordentliche Welle e (extraordinär). Dabei tritt die ausserordentliche Welle mit einer geringeren Parallelverschiebung, die durch Brechung hervorgerufen wird, als linear polarisiertes Lichtaus dem Kristall aus, während die ordentliche Welle an der Grenzschicht der beiden Kalkspatprismen total reflektiert wird. Die ganze Anordnung heisst nach ihrem Entdecker Nicolsches Prisma oder kurz Nicol. Bei den heute üblich gewordenen Filterpolarisatorenaus dünnen Kunststoffolien wird linear polarisiertes Lichtdurch parallel orientierte, mikroskopisch kleine Kriställchen erzeugt. Schliesslich entsteht linear polarisiertes Lichtauch durch Reflexion unter dem für jeden Stoff charakteristischen Brewsterschen Winkelan glatten, glänzenden, nichtmetallischen Flächen, z.B. auch an Fensterglasscheiben.  
 

 

 

 
 
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