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gegensätzliche (polare) Eigenschaften von Materie oder physikalischen Feldern, die auch durch äussere Einflüsse hervorgerufen werden können. Man unterscheidet: dielektrische Polarisation (Dielektrikum), elektrochemische Polarisation (Nernstsche Gleichung), induzierte Polarisation und die Polarisation von Feldern in Schwingungen und Wellen, z.B. polarisiertes Licht. Bei harmonischen Schwingungen oder Wellen unterscheidet man zwischen linearer Polarisation, d.h. der Ausschlagvektor, der die momentane Richtung und Grösse der Schwingung beschreibt, liegt auf einer Geraden oder bei einer Welle in einer Ebene (Polarisationsebene), zirkularer Polarisation, d.h. der Endpunkt des Ausschlagvektors durchläuft pro Schwingungsperiode einen Kreis, er ändert nur die Richtung, nicht die Grösse, und elliptischer Polarisation, d.h. der Endpunkt des Ausschlagvektors durchläuft pro Periode eine Ellipse.
In der Fernerkundung spielt die Polarisation vor allem bei den Radarsensoren (Radar) eine Rolle. Abgesehen von der erst in der zweiten Hälfte der Achtzigerjahre entwickelten Technologie der vollpolarimetrischen SAR-Daten (Synthetic Aperature Radar), werden hier üblicherweise nur bestimmte Vorzugsrichtungen eingesetzt. Die von der Antenne (Apertur) ausgesandten Impulse können horizontal (H) oder vertikal (V) polarisiert sein. Dadurch, dass beim Empfang das Fernerkundungssystem ebenfalls auf horizontale oder vertikale Polarisation eingestellt sein kann, ergeben sich die 4 grundsätzlichen Kombinationen HH, VV (beide gleichpolarisiert), HV und VH (beide kreuzpolarisiert) für die Bilddatengenerierung. Entsprechend der jeweiligen Polarisationskombination sind auch die entsprechenden SAR-Grauwertbilder verschieden und weisen unterschiedliche, komplementäre Informationen aus. |
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