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Schiffahrtskanal

 
     
  künstlich angelegte Wasserstrasse, die meist die Aufgabe hat, als Verbindungskanal einzelne Flussgebiete mit bereits schiffbaren Gewässern zu einem leistungsfähigen Verkehrsnetz zu verbinden (Wasserstrassen, Verkehrswasserbau). Beispiele hierfür sind das Nordwestdeutsche Kanalnetz oder der Main-Donau-Kanal. Stichkanäle oder Zweigkanäle dienen dem Anschluss einzelner, nicht direkt an den Hauptwasserstrassen gelegener Häfen. Seitenkanäle verlaufen parallel zu bereits vorhandenen natürlichen Gewässern. Sie wurden früher bevorzugt angelegt, um die Wasserkraft besser nutzen zu können oder weil das Hauptgewässer nicht zu einer Wasserstrasse ausgebaut werden konnte (z.B. Rhein-Seiten-Kanal zwischen Basel und Strassburg).


Wegen der mit der Ableitung eines erheblichen Teiles des Durchflusses aus dem Hauptgewässer verbundenen schädlichen Folgen für das Ökosystem werden sie heute in Deutschland nicht mehr gebaut. Der Kanalquerschnitt hängt in erster Linie von den für bestimmte Schiffseinheiten erforderlichen Abmessungen der Fahrrinne ab. Derzeit erfolgt z.B. ein Ausbau der wichtigsten Strecken des deutschen Kanalsystems entsprechend der Wasserstrassenklasse V.


Der heute weitgehend übliche Trapezquerschnitt mit einer Böschungsneigung von 1:3 hat gegenüber dem mit Spundwänden hergestellten Rechteckprofil zwar den Nachteil des grösseren Platzbedarfes, bietet aber meist bessere Möglichkeiten, den Kanal in die umgebende Landschaft einzupassen und ist auch im Hinblick auf die notwendige Unterhaltung günstiger. Die Kanalböschung – bei gedichteten Kanälen auch die Kanalsohle – wird durch Deckwerke gegen die mechanische Beanspruchung durch das strömende Wasser (Wellen, Wasserspiegelschwankungen, Schraubenstrahl des Schiffes), Ankerwurf und Eis geschützt (Ufersicherung). Das geschieht sehr häufig in Kombination mit ingenieurbiologischen Massnahmen. Es wird dabei unterschieden zwischen durchlässigen und gedichteten Deckwerken. Eine Kanaldichtung ist dann erforderlich, wenn der Wasserstand im Kanal über dem Grundwasserspiegel liegt, da dann durch Sickerströmungen erhebliche Wasserverluste entstehen können oder die Standsicherheit von Böschungen und Dämmen gefährdet sein kann. Weiter besteht in diesem Fall auch die Gefahr einer Kontamination des Grundwassers. Grössere Kanalabschnitte (Haltungen) werden durch Sicherheitstore unterteilt.
 
 

 

 

 
 
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