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Physiogeographie, das Studium der in der Natur gegebenen abiotischen und biotischen Umwelt. Die physiogeographische Umwelt ist das Produkt eines komplexen Wirkungsgefüges, in dem die Geofaktoren (Relief, Klima, Gestein, Boden, Wasserhaushalt, Vegetation, Nutzung und Zeit) über Energie- und Stoffflüsse (Prozesse) kausal und hochgradig interdependent miteinander verknüpft sind. Dieses offene System wird als Geofaktorensystem oder Geoökosystem bezeichnet (Geofaktoren Abb.)). Aus dem Systemverhalten resultiert in räumlicher Hinsicht wie auch in der Zeitebene eine hochvariable Differenzierung naturräumlicher Zustände und naturräumlicher Entwicklungsdynamik. Die Fragestellungen der Physischen Geographie erwachsen aus der Analyse des geofaktoriellen Beziehungsgefüges. Physisch-geographische Untersuchungen gehen aus pragmatischen Gründen im allgemeinen von der Betrachtung eines besonderen Problems einer der Teilsphären der Geosphäre aus. Analog dazu entwickelten sich die Teildisziplinen der Physischen Geographie (Geomorphologie, Klimageographie, Hydrogeographie, Bodengeographie und Biogeographie bzw. Vegetations- und Zoogeographie).
Aufgrund der interdisziplinären Anlage der Physischen Geographie sind die Grenzen zu den benachbarten Disziplinen der Geowissenschaften fliessend. Gleichfalls ergeben sich Überschneidungen mit den Kulturwissenschaften (Geographie). Demgemäss ist das Themenspektrum physisch-geographischen Arbeitens sehr breit gefächert. Es umfasst Fragen der vergangenen und zukünftigen Landschaftsentwicklung, der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen, der Boden-und Gewässerverunreinigungen, des Bodenschutzes, der Hochwasserdynamik, Auswirkungen anthropogener Einflüsse auf die Umwelt etc. Geoökologie. |
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