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Niedriggeschwindigkeitszone

 
     
  low velocity zone, LVZ, Zone in der Erde, in der die seismische Geschwindigkeit mit der Tiefe abnimmt. Gründe hierfür sind Änderungen der chemischen Zusammensetzung und des Aggregatzustands (äusserer Erdkern), rasch mit der Tiefe ansteigende Temperaturen und partielle Schmelzen oder Flüssigkeiten in der Erdkruste und im Erdmantel. Als LVZ bezeichnet man heute meistens die Schicht erniedrigter Geschwindigkeit zwischen etwa 50 und 200 km im oberen Erdmantel, die die Asthenosphäre markiert. Sie wurde zuerst von Gutenberg postuliert, weswegen sie manchmal auch als Gutenberg-Schicht bezeichnet wird. Anomalien der Laufzeiten von Raumwellen gaben die ersten klaren Hinweise auf die Existenz einer LVZ im oberen Mantel, die später durch Analyse von Oberflächenwellen bestätigt wurden. Die Zone oberhalb der LVZ ist die Lithosphäre. In der LVZ werden vor allem S-Wellen stark gedämpft (niedriger Q-Faktor). Die LVZ ist stärker ausgeprägt in den Geschwindigkeiten von S-Wellen als in denen von P-Wellen. Die Dicke und Ausprägung der LVZ zeigt starke regionale Schwankungen. Unter sehr alten präkambrischen Kratonen ist die LVZ wenig ausgeprägt oder nicht vorhanden, während sie in tektonisch aktiven Gebieten mit etwa 10% Geschwindigkeitsminderung deutlich erkennbar ist. Unter Mittelozeanischen Rücken beginnt die Niedriggeschwindigkeitszone schon nahe der Oberfläche, während sie unter sehr alten Schildregionen, wie z.B. unter Zentralaustralien, erst in Tiefen von etwa 200 km beginnt und bis in Tiefen von etwa 330 km nur wenig ausgeprägt ist. Die Unterkante der LVZ ist als seismische Diskontinuität nicht klar erkennbar, da der Übergang zu höheren Geschwindigkeiten meistens sehr langsam erfolgt. In einigen kontinentalen Gebieten beobachtet man in etwa 220 km Tiefe eine sprunghafte Geschwindigkeitszunahme, die manchmal als Lehmann-Diskontinuität bezeichnet wird und wahrscheinlich die Untergrenze der Asthenosphäre markiert.  
 

 

 

 
 
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