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Meeresspiegelschwankungen

 
     
  , das Meeresniveauoder die Lage des Meeresspiegels wird durch die Messung des Wasserstands bestimmt. Seit 1682 liegen direkte Wasserstandsmessungenvor. Zur Bestimmung von Meeresspiegelschwankungen über längere Zeiträume werden geomorphologische Strukturen herangezogen. Die Schwankungen unterliegen unterschiedlichen Zeitskalen und räumlichen Verteilungen, die auf unterschiedliche Ursachen schliessen lassen: 1) Kurzfristige Meeresspiegelschwankungen, die meist lokal oder regionalsind, treten durch die Gezeiten, Wellen, Luftdruckschwankungen, Windstau, Veränderung der Flusszufuhr und des geostrophischen Stroms auf. 2) Längerfristige, globale Schwankungen (eustatische Meeresspiegelschwankungen) können durch die Veränderung der Form der Ozeanbecken im Rahmen tektonischer Vorgänge (Kontinentaldrift), der Masse des Meerwassers durch Bildung oder Schmelzen kontinentaler Eiskörper (z.B. glaziale Meeresspiegelschwankungen), durch die Veränderung der auf dem Festland gebundenen flüssigen Wassermenge oder durch die Veränderung des Wasservolumens durchDichteveränderungen, z.B. durch Erwärmung, verursacht werden. 3) Längerfristige, regionale Schwankungen können durch Hebung oder Senkung des Festlands (isostatische Meeresspiegelschwankungen) und durch die Veränderung der Rotation und der Gravitation erfolgen.


Seit dem Maximum der letzten Eiszeit vor etwa 21.000 Jahre erfolgte ein eustatischerMeeresspiegelanstiegdurch Abschmelzen des Festlandeises und Erwärmung des Ozeanwassers um 120±20 m. Allerdings erfolgte gleichzeitig durch die Entlastung ein isostatischer Anstiegehemals eisbedeckter Gebiete und deren Umgebung. Dadurch ergibt sich eine starke räumliche Variation, die die genaue Bestimmung des eustatischen Anstiegs unmöglich macht. Für die letzten 100 Jahre wird ein Meeresspiegelanstieg von 10-25 cm ermittelt. Er setzt sich zusammen aus 2-7 cm durch die Erwärmung des Ozeans, 2-5 cm durch Schmelzen von Gletschern und kleiner Eisschilder, der Einfluss des grönländischen Eisschildes wird mit ±4 cm, des antarktischen mit ±14 cm und die Veränderung des festländischen Wasserhaushalts wird mit -5 bis +7 cm abgeschätzt, woraus sich ein Bereich von -19 bis 37 cm in den letzten 100 Jahren ergibt. Der vom Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) geschätzte Anstieg bis 2100 wird mit 27 cm angegeben. Er ergibt sich aus 15 cm durch die Erwärmung des Ozeans, 12 cm durch Schmelzen von Gletschern und kleinen Eisschilden, 7 cm durch Schmelzen des grönländischen Eisschildes und -7 cm durch verstärkten Niederschlag über dem antarktischen Eisschild.
 
 

 

 

 
 
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