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Kristallisationsdruck

 
     
  Druck, der durch eine Volumenzunahme während der Neukristallisation von Mineralen im Gestein entsteht. Dieser Wachstumsdruck steigt mit der Übersättigung der entsprechenden Lösung an. Bei der Neubildung von Gips können so hohe Kristallisationsdrücke entstehen, dass es zu Hebungen kommen kann, die im Baugrund zu grossen Schäden führen können. Bekannt hierfür sind insbesondere die Posidonienschiefer des Lias. Durch den Eingriff des Menschen in den Untergrund wird Sauerstoff eingebracht, der zur Oxidation der im Gestein vorhandenen Sulfide führt. Hierzu zählt v.a. Pyrit. Bei der Pyritoxidation handelt es sich um einen komplexen Vorgang, bei dem eine Vielzahl von verschiedenen Reaktionen abläuft. Bei Vorhandensein von Calcit kommt es am Ende der Reaktionsreihe zur Neubildung von Gips (CaSO4·2H2O) und untergeordnet Melanterit (FeSO4·7H2O). Die Kristallisationsdrücke können zeitverzögert nach etwa 3-5 Jahren zu Baugrundhebungen von mehr als 10 cm pro Gesteinsmächtigkeit führen. Auch bei der Bildung von Eis entsteht ein Kristallisationsdruck, der zu Hebungen führen kann. Aufgrund der Verteilung der Porengrössen in bindigen Böden entwickeln sich in diesen viel höhere Drücke als in sandigen Böden, so dass es dort vermehrt zu Frosthub kommt.  
 

 

 

 
 
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