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Fumarole

 
     
  [von lat. fuma=Rauch, Dampf] nach A. Rittmann vulkanische Gas- und Dampf-Exhalation (exhalativ), die bei vulkanischen Ereignissen aus Spalten und Löchern ausströmt und deren Temperatur wesentlich höher ist als die Lufttemperatur. Heisse Fumarolen mit Temperaturen zwischen 1000 und 250°C treten nur in Kratern und Spalten von tätigen oder kurz vorher tätig gewesenen Vulkanen auf. In Nachbarschaft der Austrittsstellen der Fumarolen sublimieren verschiedene Minerale. Es sind Elemente oder Verbindungen, die unter höherer Temperatur und höherem Druck vorher in den geförderten Gasen gelöst waren. Bei diesem Gastransport heisser Fumarolen kommt es zur Sublimation von Schwefel und Chloriden der Alkalien (NaCl, KCl) und des Eisens (FeCl3), das auch im aktiven Stadium des Vulkans die Eruptionswolke zeitweise orangerot färbt. FeCl3 wird durch Wasserdampf oft zu Hämatit umgesetzt, der sich in schwarzglänzenden, tafeligen Kriställchen krustenartig auf zersetzter Lava abscheidet. Bei etwas niedrigerer Temperatur unterhalb von etwa 650°C sind es vorwiegend Sulfate der Alkalien und des Calciums. Solfataren sind H2S-haltige, kühle Fumarolen mit Temperaturen zwischen etwa 250 und 100°C. Sie setzen elementaren Schwefel ab, wie die Solfatara bei Pozzuoli in der Nähe von Neapel, die sich seit dem Altertum im gleichen Zustand befindet. Dort bestehen die ausströmenden Gase aus überhitztem Wasserdampf mit relativ geringen Beimengungen von H2S und CO2. Die Temperatur schwankt zwischen 165 und 130°C. Der Luftsauerstoff oxidiert den Schwefelwasserstoff zu schwefeliger Säure. Dabei wird als Zwischenprodukt freier Schwefel gebildet, der sich rund um die Austrittsstellen als monokline Kriställchen abscheidet. Die sauren Fumarolengase zersetzen die umgebenden vulkanischen Gesteine, deren Kationen teilweise ausgelaugt werden, es bilden sich Sulfate wie Gips und Alaun. Borhaltige Fumarolen werden als Soffionen bezeichnet. Sie setzen flüchtige Borsäure (H3BO3) als weisse Schüppchen ab, das Mineral Sassolin. Lokal kommt es dabei zur Bildung von Borlagerstätten. Untermeerige Fumarolen sind die sog. black smoker, die 1977 erstmalig in 2600 m Meerestiefe am Boden der Ostpazifischen Schwelle beobachtet wurden.  
 

 

 

 
 
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