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Klimax

 
     
  ökologisches Reifestadium, Schlussgesellschaft, Begriff aus der Ökologie, der das hypothetisches Endstadium der Sukzession bei Pflanzen-, Tier- und Bodengesellschaften bezeichnet. Dieses Reifestadium würde sich langfristig in einem Gebiet unter den heutigen klimatischen Verhältnissen einstellen, wenn keine grösseren Störungen, wie z.B. diejenigen des wirtschaftenden Menschen, eintreten würden. Die Klimaxgesellschaft ist somit ein allein vom Grossklima abhängiges Endstadium der Sukzession. Die Ökosystemstruktur und -funktion ist einheitlich auf das aktuelle Klima eingestellt. So führt die natürliche Entwicklung von Ökosystemen in Mitteleuropa zu einem Buchenwald auf Braunerde, auch wenn edaphische Faktoren wie der Kalkgehalt sowie Hangneigung und Exposition in grossem Masse unterschiedlich sein können. Die Klimaxgesellschaft bei den Pflanzen entspricht der zonalen Vegetation (Vegetationszonen). Zonale Vegetationseinheiten auf der Nordhalbkugel sind in horizontaler Richtung von Süden nach Norden: Tropische Regenwälder (Hyläa), Savannen, Wüsten- und Halbwüstenvegetation, Steppen, Waldsteppen, Laubwälder, Nadelwälder (Taiga) und Tundren. Das Konzept der zonalen Vegetation ermöglicht ausserdem eine feinere Differenzierung, als es nach der Klimaxtheorie möglich ist.


Entspricht die Vegetation einer Zone, z.B. wegen grösseren lokalen edaphischen und klimatischen Abweichungen, einer anderen Vegetationszone, spricht man von extrazonaler Vegetation. Azonale Vegetation tritt unabhängig von den Klimazonen auf. Sie wird von einem anderen Ökofaktor als dem Klima bestimmt, wie z.B. die Auenvegetation durch die Hochwasserdymamik. Eine weitere räumliche und zeitliche Verfeinerung des Klimaxbegriffs entsprang aus der Erkenntnis, dass die Ökosysteme auch natürlichen Entwicklungszyklen unterliegen, z.B. in feuerbeeinflussten Ökosystemen (Feuer). Auch der montane Fichten-Tannen-Rotbuchen-Urwald unterliegt einer zyklischen Regeneration, wobei auf Verjüngungsphasen Optimalphasen mit grösster Bestandsdichte und schliesslich Zerfallsphasen folgen. Der Begriff Klimaxkomplex beinhaltet alle Sukzessionsstadien der Vegetation, die in einem Mosaik im gleichen Gebiet auftreten können. Die Regenerationsfähigkeit von Ökosystemen ist ein Beleg, dass auch der Klimaxzustand nicht konstant ist, sondern variiert. Eine Klimax kann auch je nach Verlauf der Sukzession anders aussehen, wobei anthropogene Störungen einen entscheidenden Einfluss haben. Aus dieser Erkenntnis entwickelte sich der Begriff der potentiellen natürlichen Vegetation.
 
 

 

 

 
 
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