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Flusskunde

 
     
  Potamologie, Teilgebiet der Hydrologie, in dem die Flussgebiete und Fliessgewässer systematisch behandelt werden. Bei der Angabe der Grösse eines Flussgebietes spielt es eine Rolle, ob das Niederschlagsgebiet (morphologische Wasserscheide) mit dem hydrologischen Einzugsgebiet übereinstimmt. In Karstgebieten mit erheblicher unterirdischer Entwässerung beispielsweise stimmt das Niederschlagsgebiet gewöhnlich nicht mit dem tatsächlichen Wassereinzugsgebiet überein. Die Grösse eines Flussgebietes wird in km2 als Projektion der Oberfläche angegeben. Die tatsächliche Oberfläche vergrössert sich mit dem Neigungswinkel; bei einer Neigung von 60° ist z.B. die Oberfläche doppelt so gross wie deren Projektion. Für die Verdunstung spielt dies eine erhebliche Rolle, während die Niederschlagshöhen auch auf die horizontale Fläche bezogen werden. Die Längen- und Umfangsentwicklung eines Flussgebietes hat Einfluss auf die Abflussentwicklung. Ein Flussgebiet wird morphometrisch beschrieben durch Koeffizienten zur Laufentwicklung (L), Flussentwicklung (F) und Talentwicklung (T):

Flusskundewobei l die Flusslänge, t die Tallänge und d die Luftlinie sind. Die Gestalt der Flussgebiete und ihre Grösse nehmen Einfluss auf die Form der Hochwasserwelle. Die Form des Einzugsgebietes wird charakterisiert, indem sein Umfang mit dem Umfang eines gleichgrossen Kreises verglichen wird (Abb.). Ist A die Fläche eines Einzugsgebietes und P sein Umfang, dann stellt die Beziehung dieser zwei Grössen den Gravelius-Koeffizienten C dar, der ausgedrückt wird durch:

FlusskundeIn der allgemeinen Flusskunde werden auch Fragen der Klassifizierung von Fliessgewässern behandelt. Für die Namensgebung eines Flusses spielt es eine Rolle, Haupt- und Nebenfluss festzulegen. Das Profil eines Flusses ergibt sich aus der Verbindung der Punkte des Talwegs eines Fliessgewässers. Durch ein Profil werden topographische Besonderheiten, wie Schwellen, Becken, Stromschnellen, Wasserfälle und Gefälleveränderungen wiedergegeben (Flusslängsprofil). Das mittlere Gefälle eines Fliessgewässers ist die Höhendifferenz zwischen dem höchsten Punkt und einem beliebigen Punkt unterhalb, dividiert durch die Gesamtlänge des Fliessgewässers bis zu diesem Punkt. KHo

FlusskundeFlusskunde: Beziehung zwischen der Form eines Einzugsgebietes und dem Abflussgang (Prinzipskizze).
 
 

 

 

 
 
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