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Ellenberg

 
     
  Heinz, deutscher Geobotaniker und Ökosystemforscher, * 1.8.1913 Hamburg, † 2.5.1997 Göttingen; Professor in Hamburg (ab 1953), Zürich (ab 1958) und ab 1966 in Göttingen (Institutsdirektor). Er führte geländeexperimentelle Untersuchungen in der Geobotanik durch, insbesondere zur Erforschung des Verhaltens von Pflanzenarten mit und ohne Konkurrenz, ihrem ökologischen und physiologischen Maximum (welches sie jeweils auch bei Variation eines Standortfaktors zeigten) sowie den Informationsgehalten, die hinsichtlich der Verbreitung von Arten und Pflanzengemeinschaften daraus zu ziehen waren. Konsequenterweise übernahm er 1966 die Koordination des Solling-Projektes als Beitrag Deutschlands zum "Internationalen Biologischen Programm" (IGBP). Im Rahmen dieses Pilotprojektes, an dem mehr als 120 Wissenschaftler aus unterschiedlichen naturwissenschaftlichen Disziplinen teilnahmen, wurden grundlegende Erkenntnisse zu Struktur, Dynamik und damit Belastung und Belastbarkeit repräsentativer Landschaftsökosysteme gewonnen. Ellenbergs Forschung war geprägt durch eine ausserordentliche Themen- und Methodenbreite, dem Bestreben bio- und geowissenschaftliche Sachverhalte miteinander zu verbinden sowie der Bemühung um die praktische Umsetzung von Resultaten aus der Grundlagenforschung. Seine Habilitationsarbeit bei H. Walter über die Auswirkungen von Grundwasserabsenkungen auf die Zusammensetzung und die Leistungsfähigkeit von Grünlandflächen (1952) eröffnete die Anwendung von Bioindikatoren zum Nachweis von Umweltveränderungen, die später nicht nur zu agrarökologischen Fragestellungen, sondern auch für die forstliche Standortkartierung eingesetzt wurden sowie bei Untersuchungen zum Stickstoffhaushalt und Aspekten des Naturschutzes. Eine erste Forschungsreise 1957 nach Peru bildete den Auftakt verschiedener Forschungsarbeiten in Südamerika zum Studium der verschiedenen Pflanzenformationen in Abhängigkeit von Höhenlage, Klimatyp und menschlichen Eingriffen. Seine wissenschaftlichen Leistungen wurden vielfach international ausgezeichnet (Ehrenpromotionen in München, Zagreb, Münster und Lüneburg; Ehrenmitglied der British Ecological Society, verbunden mit dem Abhalten der prestigeträchtigen "Tansley-Lecture" 1977). Zudem war Ellenberg Mitbegründer und Präsident (1976-1977) der Gesellschaft für Ökologie. Werke (Auswahl): "Vegetation Mitteleuropas mit den Alpen" (5 Auflagen, 1963-1996; englische Ausgabe 1988), "Integrated Experimental Ecology" (1971), "Zeigerwerte der Gefässpflanzen Mitteleuropas" (3 Auflagen, 1974-1992), "Aims and Methods of Vegetation Ecology (1974), "Ökosystemforschung - Ergebnisse des Solling Projekts 1966-1986" (1986).  
 

 

 

 
 
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