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ökologisches Gleichgewicht

 
     
  in der öffentlichen Diskussion um Umweltpolitik häufig benutzter Begriff, der jedoch wissenschaftlich nur unklar definiert ist. Das ökologische Gleichgewicht ist ein quasistationärer Zustand eines Ökosystems innerhalb eines definierten Zeitraumes. Dies setzt das Vorhandsein von Regelkreisen voraus, welche bei Veränderungen selbsttätig entsprechende Gegenbewegungen auslösen, die den alten Zustand weitgehend wiederherstellen. Die Regelkreismechanismen kommen durch die wechselseitig wirkenden Prozesse und Faktoren innerhalb eines Ökosystems sowie durch die Austauschbeziehungen zwischen benachbarten Ökosystemen zustande. Der Begriff des ökologischen Gleichgewichtes ist somit eng mit den Vorstellungen zur Stabilität von Ökosystemen verwandt. In diesem Sinne kann beim ökologischen Gleichgewicht auch von einem Gleichgewichtszustand zwischen Produktion und Verbrauch gesprochen werden. Dies lässt sich sowohl auf den Stoffhaushalt im Landschaftsökosystem als auch auf die biotischen Faktoren im Bioökosystem beziehen. Der Stoffhaushalt von Landschaftsökosystemen ist nur in bestimmten Fällen ausgeglichen. Ein entsprechendes Beispiel ist der Aufbau und Abbau organischer Substanz im immergrünen tropischen Regenwald, wo ein weitgehend geschlossener Kreislauf der anorganischen Nährelemente besteht und wo der bei der Photosynthese der grünen Pflanzen freigesetzte Sauerstoff bilanzmässig durch Atmungsprozesse wieder verbraucht wird. Den meisten Landschaftsökosystemen fehlt jedoch das vollständige Verwerten der Pflanzennährstoffe. Um trotz dieses Ungleichgewichts einen konstanten Zustand der Trophie zu erhalten, wird ein variabler Anteil der Produktion in Form von nicht abgebautem Bestandsabfall im Boden abgelagert, dem Kreislauf also zumindest temporär entzogen. Die systemeigene Speicherkomponente garantiert in diesem Fall das ökologische Gleichgewicht. Das ökologische Gleichgewicht als Form eines biozönotischen Gleichgewichts zeigt sich im dynamischen Abhängigkeits- und Wirkungsgefüge einer Lebensgemeinschaft, wo trotz Schwankungen der Populationsdichten der einzelnen Arten die Stabilität des Gesamtsystems aufrechterhalten wird (Populationsdynamik). Das Anwachsen einer Population wird durch die Verknappung der Nahrungsgrundlage oder durch die gleichzeitige Zunahme von Fressfeinden oder Parasiten reguliert (Parasitismus, Räuber-Beute-System). Im Vergleich mit den Gleichgewichtszuständen von natürlichen oder quasinatürlichen Ökosystemen stellt sich das Prinzip des ökologischen Gleichgewichtes in Anthroposystemen in mehr oder weniger stark veränderter Weise dar. Hier muss der von aussen nötige Energieaufwand zur Steuerung und vor allem zum Erhalt von Gleichgewichtszuständen angesichts anhaltend wachsender Bevölkerung und Siedlungsverdichtung ständig ansteigen.  
 

 

 

 
 
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