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topographische Kartographie

 
     
  das Teilgebiet der angewandten Kartographie, das sich mit der Herstellung topographischer Karten und deren Fortführung befasst. Mit der Herstellung der topographischen Karten werden Grundlagen für die Erschliessung des Landes, für militärische Zwecke, für die Umweltplanung und -gestaltung, für die Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung des Landes sowie für die Herstellung anderer Karten geschaffen. Aufgrund dieser grossen Bedeutung ist die Herstellung topographischer Karten eine hoheitliche Aufgabe. Sie umfasst die Schaffung von Lage- und Höhenfestpunktfeldern (geodätische Grundlage), die flächendeckende Aufnahme des Geländereliefs und der topographischen Objekte und kartographische Arbeiten zur Herstellung der topographischen Karten gemäss der topographischen Massstabsfolge. Zu Beginn des 19. Jh. lagen die topographischen Arbeiten (Kurhannoversche Landesaufnahme, preussische Landesaufnahme) in den Händen staatlicher bzw. militärischer Institutionen, während heute die Landesvermessungsämter zuständig sind. Als geodätische Grundlage für topographische Arbeiten dienten Triangulationsnetze. Die topographische Aufnahme wurde mit der Messtischmethode (Messtischauswertung) durchgeführt. Für die Darstellung des Geländereliefs wurden grundrissähnliche Schraffen verwendet. Mit der Verfügbarkeit von Tachymetern und Nivelliergeräten ab Mitte des 19. Jh. konnten Geländepunkte genauer und in höherer Dichte erfasst werden, so dass das Geländerelief in Form von Höhenlinien und Koten dargestellt werden konnte. Die Belange des Ingenieurbaus, der Planung und der wissenschaftlichen Forschung konnten dadurch besser erfüllt werden. In der ersten Hälfte des 20. Jh. erhielt die topographische Kartographie neue Impulse durch die Entwicklung von Verfahren für die Luftbildaufnahme und -auswertung. Schwer zugängliche Gebiete konnten wirtschaftlich erfasst und örtliche Vermessungsarbeiten auf ein Minimum reduziert werden. Zudem wurde die Qualität u.a. durch die Neu-Berechnung moderner Raumbezugssysteme für Lage- und Höhenmessungen gesteigert. In Deutschland entstanden topographische Grundkartenwerke in den Massstäben 1:5000 (Deutsche Grundkarte) und 1:10.000 (topographische Karte). Seit Beginn der 90er Jahre dieses Jahrhunderts ist die Herstellung amtlicher digitaler topographischer Datenmodelle Ziel der Erfassung topographischer Daten. Ein Beispiel dafür ist das Informationssystem ATKIS der AdV, in dem topographische Objekte mit einer Lagegenauigkeit von 3 m und einer Höhengenauigkeit von 0,5 bis 1,5 m erfasst sind. Die in ATKIS enthaltenen Geobasisdaten dienen u.a. als Grundlage für die automatisierte Kartenherstellung der Grund- und Folgemassstäbe, die jedoch noch Gegenstand intensiver Forschungs- und Entwicklungsarbeiten ist. Aus diesem Grund werden die Blätter der topographischen Kartenwerke manuell, jedoch mit digitalen Hilfsmitteln aktualisiert.  
 

 

 

 
 
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