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Schraffen

 
     
  Schraffendarstellungen sind ein graphisches Ausdrucksmittel für die Reliefdarstellung in Karten. Sie sind aus Schattenschraffuren hervorgegangen, wie sie bei Federzeichnungen, aber auch im Holzschnitt und im Kupferstich zur Erzielung plastischer Effekte üblich waren. Entsprechende Schattierungen bei der Aufrissdarstellung von Bergen wurden zu Formschraffen verselbständigt. Diese begleiten als Flussuferschraffen die Flüsse und heben damit die Auen hervor, oder sie betonen als Talschraffen die Täler. Verschiedentlich wurden sie als Schwungschraffen von den Höhen in Richtung des Gefälles geführt. Eine Tonverstärkung ergibt Kreuzschraffen, bei denen sich die Linienscharen spitzwinklig kreuzen. Nach und nach wurde die Schraffendichte auf die Neigung (Böschung) bezogen. Ihre endgültige Form erhielten die Böschungsschraffen durch J.G. Lehmann. Nach seiner Lehre der »Situationszeichnung« (1799) sind Böschungsschraffen eng gescharte Reihen kurzer Fallstriche, die die Richtung des grössten Gefälles markieren und damit stets rechtwinklig zu den Höhenlinien verlaufen, die als Konstruktionsgrundlage dienen. Bei einheitlich gleichem Strichabstand stehen Strichlänge und -breite in einem festgelegten Zahlenverhältnis zur Hangneigung. Die Anzahl der Schraffenstriche je Zentimeter bestimmt den Feinheitsgrad der Schraffe, während sich die Länge der Schraffenstriche aus der Hangneigung und dem Massstab ergibt. Nach der Form der Schraffenstriche werden Balkenschraffen und Keilschraffen unterschieden. Das Verfahren folgt dem Grundsatz »je steiler, desto dunkler«. Die günstigste Wirkung von Böschungsschraffen tritt bei der Wiedergabe von Hügel- und Bergland sowie von Mittelgebirge und zertalten Platten in mittleren topographischen Massstäben auf. Gestreckte Hänge mit gleichbleibender Neigung im Steilrelief lassen sich wirkungsvoller mit Schattenschraffen wiedergeben, bei denen die Schattenhänge insgesamt dunkler gehalten werden als die Lichthänge, wobei meist ein Lichteinfall von links oben (bei genordeten Karten also aus Nordwest) angenommen wird. In kleinen Massstäben treten an die Stelle der flächendeckenden, das Gesamtgebiet überziehenden Böschungs- oder Schattenschraffen die Gebirgsschraffen, bei denen die orographischen Grossformen mit Schraffenreihen betont werden. Die Vervielfältigung von Schraffendarstellungen war eng an den manuell aufwendigen Kupferstich und die Steingravur gebunden. Die Schraffen wurden meist nicht ohne Verlust von graphischer Wirkung von der Reliefschummerung abgelöst. Eine digitale Erzeugung von Schraffen steht noch aus. wort1">  
 

 

 

 
 
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