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germanisches Becken

 
     
  ein intrakratonales Becken, welches sich nach dem variszischen Orogenzyklus im nördlichen Mitteleuropa entwickelte (Vindelizische Schwelle). Es lässt sich zwischen Zechstein und Neogen nachweisen. Sein zentraler Senkungsraum war E-W (baltisch) ausgerichtet und betraf die südliche Nordsee sowie Nord- und Mitteldeutschland und grosse Teile Polens (Mitteleuropäische Senke bzw. Norddeutsch-Polnische Senke). Andererseits erstreckte sich ein in rheinischer Streichrichtung ausgerichteter Senkungsraum über Hessen bis nach Südwestdeutschland. Hinzu kommen in herzynischer Streichrichtung ausgerichtete Elemente. Im Nordwesten war das germanische Becken von den kaledonisch konsolidierten Gebieten der Britischen Inseln begrenzt, im Norden und Osten durch den Baltischen Schild bzw. dessen Abbruch in der Tornquist-Teisseyre-Zone. Im Süden und Südwesten bilden in der Zeit variierend unterschiedliche Elemente die Grenze zur Tethys, d.h. zum alpidischen Europa. Das während seiner gesamten Geschichte von Festländern umgebene germanische Becken war ein wechselnd kontinental-flachmariner Senkungsraum, in dem sich wegen der Abgeschlossenheit vom Weltmeer i.d.R. spezielle Faziesausbildungen entwickelten. Sie erschweren v.a. in der permisch-triadischen Entwicklung eine interkontinentale biostratigraphische (Biostratigraphie) Korrelation (z.B. mit den weltumspannenden Tethys-Abfolgen) oder machen sie gar unmöglich. Als spezielle Entwicklungen müssen insbesondere der Kupferschiefer , die überlagernden Evaporitfolgen des Zechsteins sowie die Schichtfolgen der Germanischen Trias genannt werden. Bis zum Ende der Trias bildete die von der Böhmischen Masse nach Südwesten verlaufende Vindelizische Schwelle (Vindelizisches Land) eine wirkungsvolle Abgrenzung zur Tethys. Zum Ende des mittleren Jura hin verlor sie sukzessive ihre Bedeutung. Gleichzeitig wuchs im Lauf des Doggers unter Schliessung der Hessischen Strasse (Hessische Senke) die Rheinische Masse und die Böhmische Masse zusammen ( =Rheinischer Schild). Das Süddeutsche Becken wurde im Oberjura so zu einem Randmeer der Tethys. Nachdem sich bereits zu Beginn des Jura das Anglo-Gallische Becken als eigenständige Senkungszone südwestlich des London-Brabant-Massivs entwickelt hatte, war der verbleibende Rest des Germanischen Beckens ab der Wende Jura/Kreide durch den Festlandsriegel London-Brabanter-Massiv - Rheinische Masse - Böhmische Masse in seiner weiteren Entwicklung auf die Norddeutsch-Polnische Senke beschränkt. Nur im Mittel- und Oberoligozän wurde über die Grabensysteme der Hessischen Senke kurzfristig die rheinische Senkungsrichtung reaktiviert und eine direkte marine Verbindung zwischen dem norddeutsch-polnischen Becken und der Tethys hergestellt.  
 

 

 

 
 
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