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UTM-Koordinaten

 
     
  Universal Transverse Mercator Grid-System-Koordinaten, Gausssche Koordinaten X,Y auf einem Rotationsellipsoid, die sich auf ein Meridianstreifensystem beziehen. Neben der allgemeinen Bedingung, dass das Bogenelement der Fläche die isotherme Form besitzt, wird hierbei gefordert, dass ein vorgegebener Meridian L (=L0=const., der sog. Grund- oder Hauptmeridian) die Abszissenlinie Y=0 bildet, wobei deren Abszissenwert X(Y=0) bis auf einen globalen, konstanten Massstabsfaktor m0=0,9996 mit der Bogenlänge des vom Äquator aus gezählten Meridianbogens übereinstimmen soll. Die Ordinatenlinien X=const. eines Gaussschen Systems auf der Ellipsoidoberfläche sind im Allgemeinfall weder geschlossene noch ebene Kurven und unterscheiden sich von geodätischen Linien. Die Abszissenlinien Y=const. sind zwar in sich geschlossene, aber keine ebenen Kurven. Die sich orthogonal schneidenden Parameterlinien X=const., Y=const. werden als UTM-Gitterlinien bezeichnet. Um die mit der Entfernung zum Hauptmeridian betragsmässig anwachsenden, bei der Bearbeitung trigonometrischer Netze der Landesvermessung erforderlichen Richtungs- und Streckenreduktionen klein zu halten, führt man einerseits den o.g. Massstabsfaktor m0 < 1 ein und begrenzt den Gültigkeitsbereich der UTM-Koordinaten auf eine Längenausdehnung von 3º beiderseits des Hauptmeridians. Den hiermit entstehenden 6º breiten Meridianstreifensystemen (Zonen) werden auf beiden Seiten des Hauptmeridians jeweils ca. 0,5º breite Überlappungszonen angeschlossen, so dass die Streifensysteme faktisch eine Längenausdehnung von etwa 7º besitzen. Mit UTM-Meridianstreifensystemen lassen sich ausgedehnte Gebiete der Erdoberfläche bis hin zur gesamten Erde konsistent darstellen (Weltkoordinatensystem). Die in den Überlappungszonen liegenden Punkte erhalten doppelte Koordinatensätze, die sich jeweils auf das rechte und linke Streifensystem beziehen. Den Meridianstreifen werden Zonennummern zugeordnet, die sich aus der (vom Meridian von Greenwich ausgehend nach Osten positiv gezählten) geographischen Länge L0


der entsprechenden Hauptmeridiane ergeben (L0 in Grad): Zonennummer=(L0+3)/6+30.


Das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland liegt grösstenteils in den Zonen 32 und 33. Vereinbarungsgemäss werden die Abszissen und Ordinaten mit den Symbolen N (North) und E (East) bezeichnet, die mit den Gaussschen Koordinaten X,Y in folgendem Zusammenhang stehen: N=X für Punkte auf der nördlichen Hemisphäre, N=X+10.000.000 m auf der südlichen Hemisphäre, E=Y+500.000 m. Die UTM-Systeme werden zu den Polen hin durch die Parallelkreise |B|=80º begrenzt. Zur Kennzeichnung eines Bereiches innerhalb einer Zone wird jeder Meridianstreifen in Nord-Süd-Richtung durch Bänder mit einer Breitendifferenz ΔB=8º unterteilt. Das UTM-System im westeuropäischen Bereich hat das auf das Internationale Ellipsoid bezogene Zentraleuropäische Dreiecksnetz mit dem Europäischen Datum 1950 (ED50) als Grundlage. Auf UTM-Koordinaten beruht u.a. die Internationale Weltkarte.
 
 

 

 

 
 
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