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Luftwirbel mit einer (quasi-)senkrechten Achse; vor allem in der unteren, bodennahen Atmosphäre ausgeprägt bzw. beobachtbar. Man unterscheidet Tornados (auch Grosstromben genannt) und Kleintromben (auch Staubteufel, Sandteufel oder Windhose genannt). Der Unterschied zwischen Gross- und Kleintromben besteht nicht entscheidend in ihrer unterschiedlichen Grösse, sondern in ihrer Entstehung. Grosstromben bzw. Tornados sind an Gewitter- bzw. Schauerwolken gebunden, Kleintromben hingegen sind nicht an bestimmte Wolken, sondern an die lokale, sonnenstrahlungsbedingte Aufheizung der Erdoberfläche und damit der bodennahen Luft gebunden.
Kleintromben sind recht schmale, unscharf strukturierte schlauchartige Wirbel mit einem warmen Kern und nur leicht erniedrigtem Luftdruck. Der Drehsinn ist aufgrund der geringen Grösse zufällig und lokal bedingt rechts- oder linksdrehend, also nicht durch die Erdrotation verursacht. Wegen der erforderlichen Aufheizung der Erdoberfläche treten Tromben meist nur über festem Land bei windschwachen Wetterlagen auf und lösen sich bei Übertritt auf Wasserflächen rasch auf. Sie sind mit aufsteigender Luftbewegung verbunden (Thermik), weswegen die erkennbaren Strukturen besonders in Trockengebieten eher verschlungenen Fäden ähneln. Ausserhalb der Steppen- und Wüstengebiete entwickeln sich Staubteufel vor allem über Flächen mit wenig Vegetation und wenig Bebauung. Sie dürfen aber nicht mit turbulenten Luftwirbeln verwechselt werden, die sich an Hindernissen (Gebäuden etc.) bei meist stärkerem Wind ablösen (vergleichbar den Strömungswirbeln hinter Fahrzeugen).
In Mitteleuropa haben Staubwirbel meist einen Durchmesser von nur wenigen Metern, eine vertikale Mächtigkeit bis höchstens 100 m und existieren nur für wenige Sekunden bis Minuten. In Steppen-und Wüstengebieten können sie einige hundert Meter, im Extremfall bis über 1 km mächtig werden, einen Durchmesser von einigen hundert Metern erreichen und für einige Stunden existieren. Die Temperaturdifferenz zwischen Kern und Umgebung kann in Wüsten bis 10 K erreichen. Die horizontale Windgeschwindigkeit kann 20 m/s (Stärke 8, stürmischer Wind), die vertikale Aufwärtsbewegung 10 m/s erreichen. Kleintromben treten bevorzugt in den Sommermonaten oder im Sommerhalbjahr bzw. bei relativ hohem Sonnenstand auf und sind besonders häufig in den Tropen im Gegensatz zu Tornados - und in den Subtropen. |
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