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Tripelpunkt

 
     
  [von lat. triplex=dreifach], 1) Geologie: triple junction, Ort des Zusammentreffens von drei Platten (Abb.) und damit drei Plattengrenzen. Entsprechend den drei Arten von Plattenrändern (divergent, Kürzel R wie Ridge im Sinne von Mittelozeanischer Rücken; konvergent, Kürzel T wie Trench oder Tiefseerinne; transformierend, Kürzel F wie Transform-Fault), kann es zehn Arten von Tripelpunkten geben, nämlich FFF, FFR, FFT, FRR, FRT, FTT, RRR, RRT, RTT, TTT. Von diesen sind einige stabil, wie z.B. Tripelpunkt RRR (drei von einem Punkt ausgehende Mittelozeanische Rücken), der auch bei unterschiedlichen Spreizungsgeschwindigkeiten bestehen bleiben kann. Andere Tripelpunkte sind instabil (z.B. FFF), so dass sie nach Entstehen in andere Anordnungen der Plattengrenzen übergehen müssen. Weitere Tripelpunkte können nur dann stabil bleiben, wenn sich in ihnen die Plattengrenzen unter bestimmten Winkeln treffen (z.B. TTF, wenn die beiden T in einer Geraden liegen).


Die Verhältnisse lassen sich in einem zweidimensionalen Geschwindigkeitsraumdiagramm (Abzisse zeigt Relativgeschwindigkeiten der drei am Tripelpunkt zusammentreffenden Platten nach E, Ordinate ebenso nach N) lösen, in dem die Relativgeschwindigkeitsvektoren a) zwischen Platte A und B, b) zwischen Platte A und C sowie c) zwischen Platte B und C nach Richtung und Betrag eingezeichnet werden. Auf jedem der drei ein Dreieck bildenden Vektoren wird die jeweilige Plattengrenze (Plattengrenzen ab, ac, bc) mit ihrer Richtung und Verlagerungsgeschwindigkeit eingezeichnet: Ist die Plattengrenze F, so liegt sie auf dem Relativgeschwindigkeitsvektor der beiden angrenzenden Platten, da in diesem Fall die Bewegung parallel zur Plattengrenze erfolgt; R schneidet den Vektor der divergenten Plattenbewegung im einfachsten Falle in seiner Mitte und senkrecht, da diese Plattengrenze sich relativ zu einer der beiden beteiligten Platten nur mit halber Plattengeschwindigkeit bewegt; und T kann schief zum Vektor der konvergenten Plattenbewegung liegen (Subduktionsschiefe), jedoch an dessen Spitze, wenn die Relativgeschwindigkeit der Oberplatte bezüglich der Unterplatte betrachtet wird, oder im umgekehrten Falle an dessen Ende. Schneiden sich die Verlängerungen der so ins Geschwindigkeitsraumdiagramm eingezeichneten Plattengrenzen in einem Punkt, ist der Tripelpunkt stabil. 2) Physik/Chemie: Dreiphasenpunkt, Schnittpunkt dreier Kurven, z.B. Dampfdruck-, Schmelz- oder Phasengrenzkurven eines Stoffe im Phasendiagramm (Phasenbeziehungen). Es ist der Punkt, an dem in einer homogenen chemischen Substanz ein Gleichgewicht hinsichtlich der Aggregatzustände der festen, flüssigen und gasförmigen Phase herrscht. Für das in der Atmosphäre vorhandene Wasser liegt dieser bei einer Temperatur von 0,01ºC und einem Dampfdruck von 6,112 hPa. Bei diesen Verhältnissen ist der Wasserdampfdruck über Eis gleich demjenigen über einer ebenen Wasseroberfläche.

TripelpunktTripelpunkt: An den RTF-Tripelpunkten a und b treffen die Platten A, B und C zusammen, a‘ und b‘ sind die zugehörigen Geschwindigkeitsraumdiagramme. Tripelpunkt a ist instabil, da im Diagramm a‘ sich die Plattengrenzen nicht in einem Punkt schneiden; b ist stabil (F und T sind hier winkelsymmetrisch in Bezug auf R), da in b‘ alle Plattengrenzen sich in einem Punkt treffen (AB, AC, BC=relative Geschwindigkeitsvektoren zwischen jeweils zwei Platten; ab, ac, bc=zugehörige Plattengrenzen).
 
 

 

 

 
 
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