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Transit

 
     
  NNSS, Navy Navigation Satellite System, auf dem Doppler-Effekt beruhendes, satellitengestütztes Radionavigationssystem der amerikanischen Marine. Transit ist das Vorgängersystem von GPS (Global Positioning System) und wurde im zivilen Bereich seit 1967 bis Anfang der 1990er Jahre weltweit für die Positionsbestimmung und Navigation, insbesondere in den marinen Geowissenschaften eingesetzt. Das System wird seit Ende 1996 mit dem Vollausbau von GPS nicht mehr für Navigationszwecke unterstützt. Grundprinzipien der Positionsbestimmung mit Transit haben Eingang in das französische DORIS-System und teilweise in GPS gefunden.


Transitsatelliten bewegen sich auf Polbahnen in etwa 1000 km Bahnhöhe. Sie senden auf zwei Frequenzen stabile Trägersignale (150 MHz, 400 MHz), denen in der sog. Broadcastmessage Informationen zur aktuellen Satellitenposition aufmoduliert sind. Aus den bekannten Satellitenkoordinaten und der in einem Empfangsgerät gemessenen Dopplerverschiebung der Satellitensignale lassen sich Nutzerkoordinaten in einem globalen geozentrischen Bezugssystem (z.B. WGS84) berechnen. Ein Satellitendurchgang, d.h. die Dauer der Radiosichtbarkeit über dem Horizont des Beobachters während eines Satellitenumlaufs beträgt etwa 18 Minuten. Aus der Beobachtung eines Satellitendurchgangs lässt sich bei bekannter Höhe und bekannter Eigengeschwindigkeit des Beobachters die zweidimensionale Position (geographische Länge, geographische Breite) eines Fahrzeuges (z.B. auf der Meeresoberfläche) mit einer Genauigkeit von 30 bis 50 m bestimmen. Zur Ableitung von dreidimensionalen Koordinaten ist die Beobachtung mehrerer (bis zu 50) Satellitendurchgänge erforderlich. Die erzielbare Genauigkeit für eine Einzelstation betrug in der operationellen Phase etwa 5 m für Broadcastephemeriden und etwa 1 m für nachträglich berechnete präzise Ephemeriden. Mit dem Translokationsverfahren, d.h. durch Simultanbeobachtung auf mindestens zwei Stationen, liessen sich Relativgenauigkeiten von etwa 0,5 m erreichen (Differential-GPS). Die globalen Verfahren der geodätischen Positionsbestimmung wurden für etwa 20 Jahre durch das Transitverfahren nachhaltig geprägt. Transit kann als Wegbereiter der Nutzung des Global Positioning Systems in den Geowissenschaften gesehen werden.
 
 

 

 

 
 
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