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Sprossachse

 
     
  Grundorgan der Tracheophyten, das die Wurzel mit den Sprossanhangsorganen (Blatt, Sporophyll, Trophophyll, Blüte) verbindet. Der Primärspross wächst durch Zellteilung des apikal an der Spitze gelegenen Bildungsgewebes (Apikal-Meristem) in die Länge und besteht bei hochentwickelten Landpflanzen aus folgenden Dauergewebearten: a) Abschlussgewebe (Epidermis), b) Leitgewebe (Leitbündel), c) Grundgewebe (Parenchym) aus zentral in der Sprossachse gelegenem Mark, der Primär-Rinde als Gewebezylinder zwischen Epidermis und Leitbündel und den Markstrahlen, die Mark und Primär-Rinde verbinden, d) Festigungsgewebe aus toten Zellen mit allseitig sehr verdickten Zellwänden (Sklerenchym) und lebenden, nur partiell verdickten Zellwänden (Kollenchym). Der Primärspross inklusive seiner Seitentriebe, aber auch die Wurzel kann durch sekundäres Dickenwachstum seinen Querdurchmesser bis 10.000fach vergrössern und dabei verholzen (Stamm, Ast). Dazu werden von einem flächig und parallel zur Sprossoberfläche orientiertem Bildungsgewebe (Cambium) das sekundäre Festigungsgewebe und die zeitlich nur begrenzt funktionstüchtigen Leitbündel ständig neu gebildet. Holz ist das vom Cambium nach innen erzeugte Festigungs- und Wasserleitgewebe, Bast das nach aussen erzeugte Gewebe für den Assimilat-Transport. Die wegen des Dickenwachstums notwendige Neubildung von Abschlussgewebe mit vergrösserter Oberfläche erfolgt durch das Kork-Cambium (Phellogen). Es produziert Korkgewebe, aus dem die Borke hervorgeht. Mit der Entwicklung des Primärsprosses aus miteinander verwachsenen Telomen (Telomtheorie, Stelärtheorie) lösten die ersten Landpflanzen Anpassungsprobleme bei der Besiedlung der terrestrischen Umwelt. Dort zwingt die im Gegensatz zum Lebensraum Wasser räumlich getrennte Verteilung der Nahrungsquellen zur Bildung von separaten Organen, um in Arbeitsteilung einerseits Wasser und Nährsalze des Bodens durch Wurzelgewebe aufzunehmen sowie andererseits O2 und CO2 der Atmosphäre durch das von der Sprossachse in den Luftraum ausgetriebene Blattgewebe einzuatmen. Von der Dimension der Sprossachse wird aber auch die Gesamtgrösse der Photosynthesefläche sowie deren Exposition zum Licht und damit die photoautotrophe Ernährung des Individuums bestimmt. Die zwangsläufig räumliche Trennung von Wurzeln und Blättern erfordert dann aber auch diese beiden Organe verbindende Leitbündel in der Sprossachse zum Transport von Reagenzien zum Assimilationsorgan und zum Abtransport der Assimilate zu den Zellen des Organismus.  
 

 

 

 
 
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