Lexikon Geologie Geografie Geowissenschaften  
Suche :        
   A   B   C   D   E   F   G   H   I   J   K   L   M   N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   X   Y   Z   #   

 

 
 

Mittelozeanischer Rücken

 
     
  Spreizungsrücken, mid ocean ridge, spreading ridge, 1000-4000 km breiter, symmetrischer, submariner Rücken, der sich von den Tiefseeebenen in ca. 5 km Tiefe mit äusserst geringer Steigung auf ca. 2,5 km Wassertiefe erhebt. Er bildet die Mitte von Ozeanen, die durch passive Kontinentalränder begrenzt werden (z.B. Atlantik), nicht aber von solchen mit aktiven Kontinentalrändern (z.B. Pazifik). Die Rücken bilden ein zusammenhängendes, alle grossen Ozeane der Erde durchziehendes positives Relief von 60.000 km Länge, das insgesamt 23% der Oberfläche der festen Erde einnimmt. Die Axialzone eines Mittelozeanischen Rückens entspricht einem divergenten (oder konstruktiven Plattenrand, an dem mittels Ozeanbodenspreizung neue ozeanische Kruste entsteht. Sie liegt über dem aufsteigenden Ast einer Mantelkonvektionszelle, in dem Mantelmaterial in festem Zustand durch duktiles Fliessen aufströmt. Infolge Druckentlastung kommt es in <100 km Tiefe in diesem heissen Mantelmaterial zur Unterschreitung der Soliduskurve und damit zur Bildung grosser Mengen basaltischer Partialschmelzen, so dass in den Mittelozeanischen Rücken 77% der Magmen der Erde gefördert werden.


Mittelozeanischen Rücken sind seismisch sehr aktiv, Flachherdbeben zeigen eine senkrecht zum Rücken liegende horizontale Dehnungsachse an (aseismische Rücken). Das Relief der Mittelozeanischen Rücken ist weitgehend rauh, die Axialzone weist im Falle langsam spreizender Rücken (10-50 mm/a) einen Zentralgraben auf, der bis 30 km breit und über 1000 m tief eingesenkt sein kann. Ein solcher fehlt in schnell spreizenden Rücken ( > 90 mm/a). Ein morphologisches Charakteristikum der Mittelozeanischen Rücken ist ihre Zerschneidung in Abständen von meist 300-500 km zu gegeneinander versetzten Segmenten durch senkrecht zu ihnen verlaufende Transformstörungen (Seitenverschiebungen) und deren Verlängerung in fractures zones. Die Tiefenlage des Mittelozeanischen Rückens bis zur Tiefseeebene ist eine Funktion des Alters t der unterlagernden ozeanischen Kruste, soweit nicht Plateaus, aseismische Rücken oder hot spots vorliegen (Überschlagsformel: -h=2500+350·√t; wenn t > 80: -h=6400-3200·e-t/62,8; -h=Meerestiefe in m, t=Alter in Mio. Jahren). In ähnlicher Weise verhält sich die Wärmestromdichte, die mit wachsender Entfernung von der Axialzone und wachsendem Alter des Ozeanbodens abnimmt. Das positive Relief der mittelozeanischen Rücken ist isostatisch ausgeglichen, nicht durch eine Gebirgswurzel, sondern durch die infolge höherer Temperatur geringere Dichte des unterlagernden Mantels. Meeresbodentopographie.
 
 

 

 

 
 
Ein Bookmark auf diese Seite setzen:
 
 

 

 

 
 
<< vorheriger Begriff
 
nächster Begriff >>
Mittelmoräne
 
Mittelporen
 
     

Weitere Begriffe : TIGO thermobarischer Effekt Globalansicht

 

 
Startseite GeoDZ
Copyright © 2010 GeoDZ.com. All rights reserved.  Nutzungsbedingungen  |  Datenschutzbestimmungen  |  Impressum