Mineral mit der gleichen chemische Formel (γ-Fe2O3) wie Hämatit, das jedoch in einem kubisch flächenzentrierten Gitter mit der Gitterkonstante (Gitterparameter) a0=0,835 nm kristallisiert. Strukturell unterscheidet sich Maghemit von Magnetit durch Leerstellen (L) auf den Oktaeder-Plätzen eines Spinellgitters. Die Verteilung der Ionen und der Leerstellen auf Tetraeder(A)-Plätzen und Oktaeder(B)-Plätzen (eckige Klammern) sieht wie folgt aus:
Fe3+[Fe3+Fe3+2/3L1/3]O4(.
Mit einem Wert von MS=420·103 A/m ist die Sättigungsmagnetisierung etwas geringer als bei Magnetit. Für die Curie-Temperatur werden in der Literatur Werte von 580ºC bis 675ºC angegeben. Bedingt durch die Leerstellen im Gitter ist Maghemit bei Temperaturen grösser als 300-400ºC instabil und wandelt sich in Hämatit (α-Fe2O3) um. Die spezifische Suszeptibilität χspez hat Werte von 105-106·10-8 m3/kg und liegt damit in der gleichen Grössenordnung wie bei Magnetit, ebenso wie die Koerzitivfeldstärke HC. In der Natur entsteht Maghemit durch eine Oxidation von Magnetit bei tiefen Temperaturen, z.B. während der Verwitterung (Maghemitisierung) und durch die Umwandlung von Eisenhydroxiden, z.B. FeO(OH), bei hohen Temperaturen.