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Laue-Methode

 
     
  ältestes Verfahren zur Untersuchung von Kristallen durch Röntgenbeugung. Ein feststehender Kristall wird mit weissem Röntgenlicht, d.h. Röntgenstrahlung mit einem möglichst breiten Spektrum, bestrahlt. Das Beugungsbild wird auf einem Flächendetektor (Film, Bildspeicher Platte, CCD-Detektor), der je nach Kristalldicke hinter (Durchstrahlanordnung) oder vor (Rückstrahlanordnung) dem Kristall steht, aufgenommen. Die nach der Laue-Methode erzeugten Beugungsbilder werden auch als Laue-Diagramme bezeichnet. Die Laue-Methode wird zur Bestimmung der Orientierung und zur röntgenographischen Justierung von Kristallen angewendet. Verläuft nämlich der einfallende Röntgenstrahl in einem Symmetrieelement, wie z.B. einer Drehachse oder Spiegelebene des Kristalls, so erscheint diese Symmetrie im Laue-Diagramm. Laue-Diagramme können für alle Punktgruppensymmetrien und nach Eingabe der Koordinaten der Atompositionen der Kristallstruktur für beliebige Einstrahlrichtungen berechnet und mit dem experimentellen Bild verglichen werden.


Die Laue-Methode ist längere Zeit nicht zur Röntgenstrukturanalyse verwendet worden, da durch die systematische Überlagerung von Braggreflexen verschiedener Ordnungen die Bestimmung der Beugungsintensitäten zu unzuverlässig erschien. Der Vorteil ist jedoch, dass die Braggreflexe gleichzeitig angeregt werden. Mit der zunehmenden Verfügbarkeit von Synchrotronstrahlung und der Möglichkeit, auch grosse biologische Strukturen zu lösen, hat die Anwendung der Laue-Methode in der Röntgenstrukturanalyse einen neuen Auftrieb erfahren. Ein Laue-Diagramm mit einigen zehntausend Braggreflexen eines Proteinkristalls kann mit der intensiven Synchrotronstrahlung in einigen Millisekunden aufgenommen werden. Bei der hohen Zahl der Reflexe sind etwa 80% Einzelreflexe, d.h. ohne Überlagerung mit anderen. Deshalb wird heute die Laue-Methode hauptsächlich zur Strukturbestimmung in der Proteinkristallographie wieder verwendet (Abb.).

Laue-MethodeLaue-Methode: Laue-Diagramm von Kohlenstoff-Monoxid-Myoglobin, aufgenommen mit einem CCD-Detektor, gekoppelt an einen Bildverstärker. Das Bild wurde an der European Synchrotron Radiation Facility (ESRF) in Grenoble in 150 Pikosekunden aufgenommen, es enthält ca. 2000 Braggreflexe, die Bandbreite der Röntgenstrahlung betrug 7-38 keV.
 
 

 

 

 
 
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