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Kompensator

 
     
  1) Kartographie: Neigungskompensator, ein unter dem Einfluss der Schwerkraft wirkendes Bauelement, das in geodätischen Instrumenten Abweichungen der instrumentellen Horizontal- oder Vertikalachsen von den durch die Schwerkraft definierten Bezugsrichtungen automatisch korrigiert. Kompensatoren bewirken z.B. bei Nivellierinstrumenten und optischen Loten eine Horizontierung des Zielstrahls und ersetzen so die Röhrenlibelle. In Theodoliten orientieren sie den Höhenindex an der Lotrichtung und ersetzen somit die Höhenindexlibelle. Man unterscheidet Flüssigkeits- und Pendelkompensatoren mechanischer oder optisch-mechanischer Bauart. Verschiedene elektronische Instrumente können zudem mit Hilfe von Flüssigkeitskompensatoren und positionsempfindlichen Dioden den Einfluss der Stehachsenschiefe auf die Richtungsmessung erfassen, mittels integrierter Mikroprozessoren einen Korrektionswert berechnen und so ein berichtigtes Messergebnis ausgegeben.


2) Mineralogie: Vergleichsobjekt mit bekannter Orientierung von nα und nγ zur Bestimmung der Schwingungsrichtungen bei der Polarisationsmikroskopie. Additions- und Subtraktionsfall werden in der Polarisationsoptik benutzt, um die Schwingungsrichtungen des langsameren und schnelleren Strahls doppelbrechender Objekte zu bestimmen. In der Spannungsoptik sind Druck- und Zugrichtungen bestimmbar. Die Kompensatoren werden in den Tubusschlitz des Mikroskops in Diagonallage eingeführt. An Polarisationsmikroskopen sind folgende feste und variable Kompensatoren gebräuchlich: a) λ/4-Platte (Lambdaviertel-Plättchen) mit einem Gangunterschied von ca. 140 nm. Dieser feste Kompensator ergibt somit das Grau der 1. Ordnung. Die λ/4-Platte wird in der älteren Literatur wegen des meist aus Glimmer hergestellten Kompensatorplättchens als Glimmerplatte bezeichnet. b) Die λ-Platte mit einem Gangunterschied von ca. 550 nm ergibt die Interferenzfarbe Rot der 1. Ordnung. Sie ist ebenfalls ein fester Kompensator und wird in der älteren Literatur meist als Gipsplatte bezeichnet. Die Interferenzfarbe schlägt schon bei Addition bzw. Subtraktion geringer Gangunterschiede ins Blaue bzw. Gelbe um. Sie heisst deshalb auch "teinte sensible". c) λ-Platte in Subparallelstellung. Bei diesem Hilfspräparat kann die Kompensator-Platte während des Beobachtens geringfügig aus der Normallage gedreht werden (variabler Kompensator). Durch Farbumschlag nach Gelb bzw. Blau ist es möglich, noch sehr kleine Gangunterschiede von wenigen nm, beispielsweise von verspannten Gläsern und vor allem von biologischen Objekten sichtbar zu machen. Der Quarzkeil ergibt die Interferenzfarben bis zur vierten Ordnung. Durch Verschieben des Keils im Tubusschlitz des Mikroskops können Gangunterschiede von 0-4 λ eingestellt werden.
 
 

 

 

 
 
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