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Richtungsmessung

 
     
  Messung von Richtungen mit Hilfe eines Teilkreises, der in einer horizontalen Ebene angeordnet ist. Aus den Richtungsdifferenzen bestimmt man die Grösse von Horizontalwinkeln. Die Richtungsmessung ist ein wichtiges Messverfahren zur Lagebestimmung von Punkten. Für die genauere Bestimmung von Winkeln benutzt man Theodolite. Durch die unterschiedliche Definition von Horizontal- und Vertikalwinkeln unterscheiden sich sowohl die Bestandteile der Theodolite als auch die Bestimmungsmethoden von Winkeln. Die horizontale Winkelbestimmung in einem Standpunkt nach zwei Zielpunkten erfolgt durch Anzielen beider Punkte,


z.B. mit dem Zielfernrohr eines Theodoliten, und Ablesung der Messwerte. Je nach Art und erforderlicher Genauigkeit kommen verschiedene Messverfahren zur Anwendung. Diese beruhen auf der mehrfachen Bestimmung eines oder mehrerer Winkel zur Vermeidung grober Fehler, zur Ausschaltung systematischer Fehler und Reduzierung zufälliger Messunsicherheiten. Bei den meisten Methoden der horizontalen Winkelbestimmung bildet ein sogenannter Satz die Grundeinheit. Zunächst werden alle Punkte im im Uhrzeigersinn angezielt und die Winkel zwischen den Messpunkten bestimmt. Diese Messungen gelten als Halbsatz. Anschliessend schlägt man das Fernrohr durch und misst in Fernrohrlage II den zweiten Halbsatz, indem die Zielpunkte, beginnend beim letzten im Gegenzeigersinn, der Reihe nach anvisiert und die Ablesungen registriert werden. Die komplette Messung beider Halbsätze bezeichnet man als Vollsatz (Tab.). Um sich vor Fehlern zu schützen und um die Genauigkeit zu steigern, werden häufig mehrere Vollsätze gemessen. Dazu wird die Anfangsrichtung (Nullrichtung) systematisch über den Teilkreis verteilt. Dies geschieht durch Verstellen des Horizontalkreises zwischen den Sätzen um 200 gon/n, wobei n die Satzanzahl bedeutet. Zu Beginn der Messung orientiert man den Teilkreis so, dass die Anfangsrichtung zwischen 0 und 10 gon liegt. Misst man z.B. vier Sätze, so wäre vor dem zweiten Satz der Kreis so zu verstellen, dass die Ablesung der Richtung nach dem ersten Ziel zwischen 50 und 60 gon liegt, beim dritten zwischen 100 und 110 gon und beim vierten zwischen 150 und 160 gon. Sind besonders hohe Genauigkeiten nicht erforderlich, so werden die Horizontalwinkel in zwei Halbsätzen bestimmt. Die Messung in Halbsätzen unterscheidet sich von der eines Vollsatzes dadurch, dass zwischen den Halbsätzen der Kreis nur um wenige Gon verstellt wird.

RichtungsmessungRichtungsmessung (Tab.): Richtungsmessung und Winkelbestimmung in zwei Vollsätzen.
 
 

 

 

 
 
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