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1) Geomorphologie: alle vom Eis (Gletscher oder Eisschild) bearbeitete und bewegte Grobsedimentkomponenten, die beim Eistransport einer charakteristischen Oberflächenbearbeitung unterlagen. Kennzeichnend für Geschiebe ist, dass die ursprünglich scharfen Kanten des Frostschuttes abgeschliffen wurden, die Geschiebe daher kantengerundet sind, und dass sie, eingefroren an der Unterseite des Gletschers durch die Schleifwirkung des sich bewegenden Eises, trapezförmige Grund- und Aufrisse erhalten, sogenannte Facettengeschiebe (Abb.). Wenn Geschiebe Kritzungen und Schrammen aufweisen, werden sie als gekritzte Geschiebe bezeichnet. Geschiebe sind in den rezenten Gletschervorfeldern, in Moränen und Sandern zu finden und dort Indikatoren für die ehemalige Vergletscherung bzw. für den fluvialen Weitertransport glazigenen Materials. 2) Fluvialmorphologie, Hydrologie, Ingenieurgeologie, Wasserbau: Geröll, der Begriff Geschiebe wird für rein fluvial transportiertes Material verwendet. Das Geschiebe stellt den Anteil an den Feststoffen eines Fliessgewässers dar, welcher an der Gewässersohle durch das fliessende Wasser rollend fortbewegt wird. Durch diese Rollbewegung wird das grössere, grobe Gesteinsmaterial abgerundet. Geschiebefracht.
Geschiebe: Geschiebe in einer Grundmoräne (Grössenvergleich Taschenmesser). Die Geschiebe sind in Fliessrichtung des ehemaligen Gletschers eingeregelt. |
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