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Filter

 
     
  1) Geophysik: Verfahren der Signalanalyse und der seismischen Datenbearbeitung. Filter sind lineare oder auch nicht lineare Systeme zur Transformation eines Signals, das in analoger oder digitaler Form vorliegt, in ein anderes Signal mit den gewünschten Eigenschaften. Die Umwandlung kann im Zeit-, Orts- oder im Frequenzbereich vorgenommen werden. Das primäre Signal kann als Zeitfunktion (z.B. als Seismogramm) oder als Ortsfunktion (z.B. als Höhenprofil) vorliegen. Von Seiten der Messtechnik sind Filter Teile eines Messsystems, die es ermöglichen, definierte Anteile von gemessenen Signalen oder Messwerten herauszutrennen. Für die Zerlegung in die einzelnen Signalbestandteile werden unterschiedliche Parameter wie Frequenz, Wellenlänge, Phase, Kohärenz, Amplitude, Geschwindigkeit etc. genutzt. So werden mittels Filter z.B. unerwünschte Signalanteile eliminiert, wie die Einstreuung von elektrischen Versorgungsleitungen. Bei der seismischen Datenverarbeitung (engl. processing) wird eine Vielfalt unterschiedlicher Filtermethoden angewandt. Analog-Filter sind Filter, die zeitkontinuierliche Daten transformieren. Bereits ein Seismometer kann als Analog-Filter betrachtet werden, da es i.a. die Bodenbewegung in mehr oder minder veränderter Form aufzeichnet. Bei der Übertragung elektrischer Signale kommen als Filterelemente elektrische Komponenten wie Widerstände, Kapazitäten, Induktivitäten und Operationsverstärker zum Einsatz. Der Gegensatz dazu sind Digital-Filer Systeme, die binäre Zahlensysteme in eben solche transformieren. Diese Systeme werden aus digitalen Signalprozessoren, d.h. digitalen Rechnern, aufgebaut. Alle seismischen oder elektrischen Signale, welche die Erde durchlaufen, unterliegen bereits einem mehr oder minder komplizierten Filterprozess. Aus dem Vergleich des Ausgangssignals mit dem registrierten Signal kann umgekehrt auf die unbekannten Eigenschaften des Filters "Erde" geschlossen werden. Im weiteren Sinne ist auch die Fourier-Analyse ein Filterverfahren, das systematisch ein Signal in seine einzelnen Frequenzen zerlegt. 2) Hydrologie: a) im Wasserbau verwendete Schichten aus rolligem Bodenmaterial mit definierter Kornverteilung, die so aufgebaut ist, dass keine Ausspülung erfolgen kann. Gelegentlich werden auch Kunststoffe (Geotextilien) verwendet. Neben der Verhinderung von Ausspülungen feineren Materials, z.B. aus den Dichtungskernen von Staudämmen, haben Filter auch die Aufgabe, aufgrund ihrer Durchlässigkeit Sickerwasser schnell abzuführen. Sie werden daher im Dammbau an den Begrenzungsflächen zwischen Dichtung und Stützkörper eingebaut. b) in der Wasserversorgung Anlage zur Wasseraufbereitung durch Filtration. Dabei werden Schichten aus Sand und Kies oder anderen Filtermaterialien eingesetzt, die mit einer Geschwindigkeit von mehreren Metern pro Stunde (Schnellfilter) bzw. mit 0,05-0,25 m pro Stunde (Langsamfilter) durchflossen werden.  
 

 

 

 
 
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