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Detailerkundung

 
     
  nähere Erkundung, die sich an die Orientierungsphase der Altlastenerkundung anschliessende Phase der Detailerkundung hat die Aufgabe, den Kenntnisstand für weitergehende Fragestellungen zu Art, Ausmass sowie Aus- und Einwirkung der ermittelten Belastung zu vertiefen bzw. zu vervollständigen und einer abschliessenden Bewertung zuzuführen. Hierfür werden neben einer gezielteren Analytik umfangreichere geologisch/hydrogeologische Standortuntersuchungen einschliesslich lufthygienischer Untersuchungen durchgeführt, die letztendlich die Basis für die Feststellung einer schutzgutbezogenen vorliegenden Gefährdung sowie die sich hieran anschliessende Sanierungskonzeptionierung darstellen. Zur Unterstützung können prognostische Modellrechnungen oder Computersimulationen eingesetzt werden. Für die Fragestellungen zur Mobilität und Eluierbarkeit standortspezifischer (Schad-)Stoffe müssen gezielte Laborversuche einschliesslich Felduntersuchungen durchgeführt werden, wobei auf der Basis der vorhandenen Testverfahren die Diskussion zu diesem Sachverhalt (Elutionsmethoden) z.T. recht konträr geführt wird. Das vielfach eingesetzte Verfahren (DIN 38414-54) liefert hierzu nur eine bedingte Aussage. In diesem Zusammenhang muss bei der Bewertung berücksichtigt werden, dass bei Altstandorten der angetroffene Untergrund über einen gewissen Tiefenbereich durch Baumassnahmen oder Verfüllungen verändert ist, wodurch im Gegensatz zu natürlichen Böden veränderte Fliess-, Sorptionsund Transformationsbedingungen vorherrschen. Dies ist insofern von Bedeutung, da die Stoffausbreitung u.a. in direkter Beziehung zum vorhandenen Porenspektrum sowie zu Art und Menge der im Kompartiment vorhandenen Adsorbentien steht. Ein Übertragen von Erkenntnissen aus natürlichen Untergrundsystemen kann daher nur mit äusserster Vorsicht und nur bedingt vorgenommen werden. Ferner ist zu berücksichtigen, dass die Intensität und Effektivität der im Untergrund ablaufenden chemischen, physikalischen und biologischen Prozesse über die Tiefe unterschiedlich ausgeprägt sind. Aus diesem Grunde sind z.B. bei den Fragestellungen zum Stofftransport in Richtung Grundwasser gezielte tiefenorientierte Bodenuntersuchungen notwendig, da anhand dieser Ergebnisse eine Rückwärtsbetrachtung bezüglich des vorliegenden stoffspezifischen Migrationspotentials in Beziehung zur aktuell ermittelten Grundwassersituation möglich ist. Hinsichtlich der Belastung des Untergrundes (gesättigte und ungesättigte Zone) wurde immer wieder auf die erhebliche Reinigungswirkung des Untergrundes und das damit in Verbindung stehende Verdünnungsprinzip hingewiesen, ein Sachverhalt, der heute wesentlich differenzierter betrachtet wird. Vielmehr zeigt sich, dass der als Tiefenfilter fungierende Boden ein begrenztes Filter-, Puffer- und Transformationsvermögen gegenüber (Schad-)Stoffen besitzt. Unter dem Begriff Reinigungswirkung versteht man eine Vielzahl von Einzelreaktionen und Mechanismen, die sich selbst auf direkte und indirekte Weise beeinflussen, wobei die Effektivität und Beeinflussbarkeit der Einzelprozesse innerhalb des gesamten Wirkungsgefüges Untergrund nur schwer zu prognostizieren sind. Hinzu kommt, dass bei punktförmigen Kontaminationsquellen von einer deutlich begrenzten Reinigungswirkung auszugehen ist. Bei einer derartigen Kontaminationsart, die für Altstandorte und Altablagerungen nicht untypisch ist, konzentriert sich eine grössere Stoffmenge auf einen relativ kleinen Untergrundbereich. Aufgrund der hohen Fracht kommt es neben einer Überschreitung der Rückhaltekapazität zu einer Beeinflussung des natürlichen Transformationsvermögens. Das Ergebnis dieser Untersuchungsphase kann ebenfalls eine Rückstufung des untersuchten Objekts in eine geringere Prioritätenstufe zur Folge haben.  
 

 

 

 
 
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