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Carbonatklassifikation

 
     
  Carbonate können nach chemischen und mineralogischen, nach Gefügemerkmalen (Grundmasse, Allocheme) oder nach speziellen Parametern (z.B. Porosität) angesprochen werden. Heute beruht die Klassifikation im wesentlichen auf der Auswertung von An-und Dünnschliffen sowie von Handstücken. Aus der Vielzahl vorgeschlagener Klassifikationen haben sich die von Folk (1959, 1962) und Dunham (1962) mit Ergänzungen von Embry & Klovan (1972) durchgesetzt. Sie beruhen auf Gefügemerkmalen.


Die Gesteinsnamen setzen sich nach Folk (1959, Tab. 1) aus der Abkürzung des jeweils dominierenden Allochem-Namens und dem Namen des Bindemittels zusammen, z.B. Intrasparit, Oosparit, Biomikrit, Pelmikrit. Bei weniger als 10% Allochemen wird das Gestein z.B. als biogenführende oder ooidhaltige Mikrite bezeichnet usw. Gesteine gar unter 1% Komponenten heissen Mikrit oder falls spariterfüllte Hohlräume im Mikrit vorliegen Dismikrit. Die Komponentengrösse geht durch die Anfügung der Endung -rudit, z.B. Onkomikrudit, in den Gesteinsnamen ein. Ausserdem lassen sich Beimengungen, z.B. Quarz, Glaukonit u.a., durch Zusätze im Namen festhalten. Nach dem Texturspektrum unterschied Folk innerhalb der drei Hauptgruppen acht Untergruppen, die in Abhängigkeit von der Wasserenergie entstehen (Tab. 2).
Die Carbonatklassifikation nach Dunham (1962) basiert auf der Art der Komponenten-Bindung. Dabei
werden schlammgestützte Gefüge von komponentengestützten Gefügen unterschieden. Daraus
resultieren vier Gesteinsgruppen. Hinzu kommt eine weitere für Riffgesteine. Embry & Klovan (1972)
erweiterten die Klassifikation um die Differenzierung der boundstones und der Riffschuttgesteine
(Tab. 3).


CarbonatklassifikationCarbonatklassifikation (Tab. 1): Carbonatklassifikation nach Folk (1959, 1962) mit Ergänzungen von Flügel (1974).

CarbonatklassifikationCarbonatklassifikation (Tab. 2): Texturspektrum in Abhängigkeit von der Wasserenergie (ansteigend von links nach rechts).

CarbonatklassifikationCarbonatklassifikation (Tab. 3): Carbonatklassifikation nach Dunham (1962) mit Ergänzungen von Embry & Klovan (1972).
 
 

 

 

 
 
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