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Anlauffarben

 
     
  entstehen durch dünne transparente Schichten, die durch Interferenz des Lichtes zu Farbeffekten führen. Anlauffarben sind eine Varietät beim Verständnis der Farben der Kristalle und Minerale, die von der Eigenfarbe der Kristalle unabhängig sind, oft aber sehr charakteristisch sein können. Sie beruhen auf ausserordentlich dünnen Überzügen, so dünn, dass diese - unter Umständen wieder überlagert von Eigenfarbe - die Farben dünner Blättchen zeigen. Oft sind diese "Filme" Oxydationsprodukte der Kristalle selbst (z.B. Limonit auf Siderit und Ankerit). Fayalit aus Blasenräumen der Obsidiane und manche Augite und Magnetite zeigen durch dünnste Fe2O3-Häutchen bedingte Farben. Kupferglanz, Kupferkies und andere Cu-Sulfide haben oft Beschläge, die mehrere mögliche Farben hervorbringen; sie bestehen z.T. aus Covellin, z.T. aus Limonit oder Gemengen. Antimonit, Jamesonit und andere Antimonsulfide haben meist sattblaue, aber auch andersfarbige "Anläufe" durch Antimonoxidhäutchen. Auch beim Erhitzen von Metallen bilden sich durch transparente Metalloxide auf der Metalloberfläche Anlauffarben, die als Anlassfarben bezeichnet werden. Die dabei entstehenden Farben hängen von der Oxidschichtdicke ab und sind damit eine Funktion von Anlasstemperatur und Anlassdauer. Sehr dicke, nicht transparente Oxidschichten werden als Zunder bezeichnet. Anlauffarben bilden sich auch bei der Korrosion von Metallen, z.B. Silber und Kupfer aufgrund der Reaktion mit Gasen, wobei sich dünne Schichten bilden, die den Glanz herabsetzen, z.B. durch die Bildung von sulfidischen, schwarzen, irisierenden Anlaufschichten auf Silber.  
 

 

 

 
 
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