Lexikon Geologie Geografie Geowissenschaften  
Suche :        
   A   B   C   D   E   F   G   H   I   J   K   L   M   N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   X   Y   Z   #   

 

 
 

doppelte Einebnungsfläche

 
     
  Begriff aus der Klimageomorphologie, der die Flächenbildung unter wechselfeucht-tropischen Klimabedingungen auf der Grundlage von chemischer Tiefenverwitterung (Verwitterung) und Spüldenudation an der Geländeoberfläche erklärt. J. Büdel führte 1957 den Begriff der doppelten Einebnungsfläche als wichtigstes Merkmal seiner Theorie der exzessiven Flächenbildung ein, die in den Klimazonen mit 6-9monatiger Regenzeit stattfindet und in abgeschwächter Form die Flächen noch bei 4-6monatiger Regenzeit weiterzubilden vermag. An der Verwitterungs-Basisfläche, der unteren der beiden Einebnungsflächen an der Unterfläche der Pedosphäre, wird das Gestein rasch aufbereitet. Dies geschieht dank konstanter Temperaturen und der hohen Verwitterungsaggressvität des in den tropischen Böden vorhandenen Bodenwassers, welches mit Fulvosäuren und Huminstoffen angereichert ist und einen hohen CO2-Gehalt aufweist.


So entstehen mächtige Verwitterungsdecken. Da die Verwitterung entlang von Spalten schneller voranschreitet, bilden sich eine Vielzahl unregelmässiger, gerundeter sogenannter Grundhöcker. Werden Grundhöcker an der Geländeoberfläche freigespült, so fehlt die Voraussetzungen für intensive chemische Verwitterung: das säureangereicherte Wasser. Das Niederschlagswasser fliesst auf der nackten Gesteinsoberfläche schnell ab und verdunstet. Es entstehen Inselberge, die zu Beginn ihrer Entwicklung oft als flache Schildinselberge ausgebildet sind und deren Hangfuss seitlich durch die unter dem Boden angreifende chemische Verwitterung versteilt und zurückverlegt wird. Durch flächenhafte Spülprozesse (Flächenspülung), insbesondere zu Beginn der Regenzeit, wenn die Vegetation nach der 3-6monatigen Trockenzeit noch keine hohen Deckungsgrade aufweist, wird die als Spülfläche fungierende Geländeoberfläche (2. Einebnungsfläche) durch starken Flächenabtrag tiefergelegt (Abb.). Die Theorie der doppelten Einebungsfläche wird von zahlreichen Autoren kritisiert, die daraufhinweisen, dass die Flächenbildung auf die wechselfeuchten Tropen beschränkt ist, während die immerfeuchten Tropen ein Talrelief zeigen. Des weiteren ist die Ausbildung der unteren Einebnungsfläche nur in den intramontanen Bereichen der wechselfeuchten Tropen möglich. Ohne Gebirgsumrahmung vollzieht sich die Abtragung durch Flächenspülung mit der gleichen Geschwindigkeit wie die Verwitterung des Untergrundes, so dass nur ein dünne Grusschicht das anstehende Gestein überdeckt.

doppelte Einebnungsflächedoppelte Einebnungsfläche: Schema der doppelten Einebnungsfläche.
 
 

 

 

 
 
Ein Bookmark auf diese Seite setzen:
 
 

 

 

 
 
<< vorheriger Begriff
 
nächster Begriff >>
Doppelsummenkurve
 
Doppelte Mineralische Basisabdichtung
 
     

Weitere Begriffe : Fruchtschiefer Messfernrohr Phasenproblem

 

 
Startseite GeoDZ
Copyright © 2010 GeoDZ.com. All rights reserved.  Nutzungsbedingungen  |  Datenschutzbestimmungen  |  Impressum