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blastisches Wachstum

 
     
  bei der Umwandlung von Gesteinen im festen Zustand wachsen Minerale neu und verdrängen dabei die älteren. Ist die Verdrängung nicht vollständig, sind in dem sog. blastisch gewachsenen Kristall Relikte der älteren Mineralsubstanz eingeschlossen. Es kommt zur Bildung von Mineral- und Gefügerelikten. In sedimentären Gesteinen bilden sich z.B. durch Umkristallisation aus dem primären Tonmineral Porphyroblasten, z.B. Staurolith in Glimmerschiefern. In hochmetamorphen Gesteinen wird oft ein blastophyrisches Gefüge vorgetäuscht, in dem die Feldspäte porphyroblastisch durch metasomatische Stoffzufuhr wachsen. Ausdrücke, die mit "blasto-" anfangen, beziehen sich auf Gefügerelikte, nach dem vom Schlussteil des Wortes angegebenen Primärgefüge, z.B. blastopsammitisch, blastoporphyrisch ect. Ein kristalloblastisches Gefüge wird nach der Form der Kristallindividuen durch charakterisierende Vorsilben und die Endung "-blast" bezeichnet. So ist granoblastisch ein kristalloblastisches Gefüge, in dem die Minerale die Form von Körnern haben, also keine bevorzugte Richtung. Lepidoblastisch, nematoblastisch und fibroblastisch sind aus schuppen-, stengel- bzw. faserförmigen Einkristallen bestehende Metamorphite. Die grösseren Körner, die in den metamorphen Gesteinen dasselbe Grössenverhältnis zu den übrigen Gemengteilen haben wie die Einsprenglinge porphyrischer Erstarrungsgesteine, heissen Porphyroblasten. Mit Holoblasten bezeichnet man kristalloblastisch ohne primäre Keime entstandene Neukristalle. Kristalle, die eigene, nicht reliktische Kristallformen besitzen, heissen Idioblasten, solche ohne eigene Form Xenoblasten.  
 

 

 

 
 
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