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Zijderveld-Diagramm

 
     
  eine Magnetisierung M ist eine vektorielle Grösse und kann in einem orthogonalen Koordinatensystem entweder durch die Winkel Deklination D und Inklination I und die Intensität M, oder durch die drei orthogonalen Komponenten X=M·cosI·cosD, Y=M·cosI·sinD und Z=M·sinI dargestellt werden. Ein Zijderveld-Diagramm ist eine simultane orthogonale Projektion des Magnetisierungsvektors auf die X-Y-Ebene und auf die Y-Z-Ebene. Die beiden Ebenen stehen normalerweise senkrecht aufeinander, werden aber im Zijderveld-Diagramm in eine gemeinsame Ebene geklappt. Ein Vektor wird in dieser Darstellung also durch zwei Punkte repräsentiert. Mit Hilfe des Zijderveld-Diagramms kann man auch die zwischen zwei Entmagnetisierungsschritten entfernte und die verbleibende Remanenz dargestellen. Besteht die natürliche remanente Magnetisierung (NRM) zum Beispiel nur aus einer einzigen Remanenzart (Remanenzkomponente), so wird bei der Entmagnetisierung nur die Intensität des Vektors verändert, nicht aber seine Richtung. Im Zijderveld-Diagramm gibt es dann von den zwei Punkten der NRM ausgehend zwei Geraden, die auf den Ursprung des Diagramms zulaufen. Im X-Y-Diagramm ist die Deklination D direkt zu entnehmen. Die im Y-Z-Diagramm auftretende scheinbare Inklination I* steht mit der wahren Inklination in folgender Beziehung:


tanI=sinD·tanI*. Besteht die NRM z.B. aus zwei Remanenzkomponenten, die sich deutlich in ihren Koerzitivfeldstärken bzw. Blockungstemperaturen unterscheiden, so weist der Verlauf der Entmagnetisierungskurve (Abb. 1) im Zijderveld-Diagramm zwei lineare Segmente auf, aus denen die beiden unterschiedlichen Remanenzkomponenten abgeleitet werden können. Die weniger stabile Komponente ist vielleicht eine viskose Remanenz (VRM) geringerer Stabilität als die „magnetisch harte”, erst mit starken Wechselfeldern oder hohen Entblockungstemperaturen entfernbare thermoremanente Magnetisierung (TRM). Eine genaue Analyse der in einer Gesteinsprobe vorhandenen Remanenzanteile ist nur möglich, wenn in möglichst vielen Schritten eine vollständige Entmagnetisierung der Probe erreicht werden kann. Wenn die mineralogische Zusammensetzung der Gesteine dies gestattet, ist die thermische Entmagnetisierung (Abb. 2) stets die effektivere Methode. Manche Gesteine verändern aber durch die mehrfachen Erwärmungen und Abkühlungen ihren Mineralbestand und können nur mit Wechselfeldern entmagnetisiert werden. Gelegentlich empfiehlt sich die Kombination mehrerer Methoden, z.B. zuerst Wechselfeld- und dann thermische, oder zuerst chemische und dann Wechselfeld-Entmagnetisierung.

Zijderveld-DiagrammZijderveld-Diagramm 1: Wechselfeld-Entmagnetisierung bis maximal 80 mT einer Probe mit nur einer Remanenzkomponente (volle Symbole=Projektion in die horizontale x-y-Ebene, offene Symbole=Projektion in die vertikale y-z-Ebene, D=Deklination, I*=scheinbare Inklination).

Zijderveld-DiagrammZijderveld-Diagramm 2: thermische Entmagnetisierung bis 670ºC einer Probe mit zwei Remanenzkomponenten unterschiedlicher Blockungstemperaturen (volle Symbole=Projektion in die horizontale x-y-Ebene, offene Symbole=Projektion in die vertikale y-z-Ebene, D=Deklination, I*=scheinbare Inklination).
 
 

 

 

 
 
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