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Blockungstemperatur

 
     
  Relaxationszeit τ0 einer remanenten Magnetisierung. Sie ist stark von der Temperatur abhängig. Sie kann nach einer Theorie von Néel durch folgende vereinfachte Beziehung dargestellt werden:


C e-(V H M/2 k T)1/τ0 = Dabei ist C ein Faktor von der Grössenordnung 10-9 s, V ist das Volumen der ferromagnetischen oder ferrimagnetischen Teilchen, H ein Anisotropiefeld (z.B. die Koerzitivfeldstärke), M die Sättigungsmagnetisierung, k die Boltzmann-Konstante und T die absolute Temperatur. Bei der Erzeugung einer thermoremanenten Magnetisierung durch die Abkühlung eines Gesteins in einem Magnetfeld durchläuft jedes einzelne ferrimagnetische Teilchen bei Unterschreiten der Curie-Temperatur einen Zustand des Übergangs von zunächst sehr kurzen ( < 10-9 s ... 100 s), bei Erreichen der Blockungstemperatur TB aber wesentlich längeren ( > 100 s ... 103 s) Relaxationszeiten, indem eine Magnetisierung parallel zum äusseren Magnetfeld "eingefroren" oder "blockiert" wird. Bei Gesteinen mit einem weiten Spektrum unterschiedlich grosser ferrimagnetischer Erzkörner spielen sich diese Vorgänge in einem breiten Temperaturintervall, dem Blockungstemperatur-Intervall, unterhalb der Curie-Temperatur ab. Umgekehrt wird bei einer Erwärmung eines Gesteins seine remanente Magnetisierung durch die Überschreitung von Blockungstemperaturen allmählich abgebaut (entblockt). Dies ist die physikalische Grundlage für das Verfahren der thermischen Entmagnetisierung. Eine Entblockung einer remanenten Magnetisierung kann auch durch magnetische Felder grösser als die Koerzitivfeldstärke HC bewirkt werden. Dies ist die physikalische Grundlage für das Verfahren der Wechselfeld-Entmagnetisierung.
 
 

 

 

 
 
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