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Transkriptionsform

 
     
  Ausdrucksgrad, kennzeichnet, in welchem Masse Begriffe der Legende bzw. die darzustellenden Merkmale und ihre Ausprägung in der Karte unmittelbar durch graphische Variablen und ihre Variationen ausgedrückt werden. Eine explizite Darstellung liegt vor, wenn das gesamte Begriffssystem der Legende einschliesslich der enthaltenen quantitativen Beziehungen in das graphische System übersetzt wird. Das ist z.B. der Fall in einer Darstellung der Entwicklung und der Altersstruktur der Bevölkerung durch Kreissektorendiagramme variabler Grösse mit folgender Zuordnung der graphischen Variablen: Einwohnerzahl - Grösse der Diagrammfläche, Altersklasse Helligkeit, Entwicklungstendenz - Muster, Stadt-/ Landgemeinde - Form (Abb.). Explizite Darstellungen sind in der Regel mehrschichtig (Darstellungsschicht). Anders wird bei der impliziten Darstellung das Begriffssystem in nur eine graphische Variable und eine Darstellungsschicht übertragen, so bei Wiedergabe des Inhalts aus obigem Beispiel als Orientierung eines Flächenmusters, das zur Füllung von Kreissignaturen benutzt wird (Abb.). Zwischen diesen beiden Extremen sind Übergänge möglich. Schwierigkeiten und die Tendenz zur impliziten Darstellung ergeben sich, wenn die Zahl der darzustellenden Merkmale und Merkmalsausprägungen die Zahl der nutzbaren graphischen Variablen und/oder deren Variationsmöglichkeiten übersteigt. Dies kann besonders in einfarbigen Darstellungen auftreten, z.B. wenn zwölf Klassen durch eine Grauskala auszudrücken wären. Lässt sich diese nicht durch eine andere Helldunkelskala ersetzen, ist eine veränderte Klassifizierung des Merkmals nicht zu umgehen, z.B. die Bildung von fünf bis sieben Klassen, die u.U. frühere Klassen enthalten (implizieren). Ganz ähnlich können kontinuierliche Wertmassstäbe als explizit aufgefasst werden, während man gestuften Wertmassstäben Elemente der impliziten Darstellung zuschreiben kann. Die Transkriptionsform ist wesentlicher Bestandteil der Gestaltungskonzeption von Karten. Als Merkmal der konzeptionsbezogenen Kartenklassifikation ergänzt sie die an den Bearbeitungs- und Nutzungsmethoden orientierte Einordnung der Karten als analytisch oder synthetisch (Synthesekarte) sowie die vom Modellierungs- und Systembegriff ausgehende Kennzeichnung der Komplexität (Komplexkarte) um Aussagen, die die Übertragung von Begriffen in die Graphik der Karte betreffen. Die Begriffsinhalte von explizit und analytisch sowie von implizit und synthetisch sind ähnlich, aber nicht identisch. So kann beispielsweise eine explizit gestaltete Komplexkarte durchaus das Ergebnis einer Synthese sein, aber auch einer späteren Analyse dienen. Im Zusammenhang mit der quantitativen Beschreibung der Transkriptionsformen wird der Begriff Ausdrucksgrad verwendet.

TranskriptionsformTranskriptionsform: explizite und implizite Darstellung von Merkmalen.
 
 

 

 

 
 
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