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Subherzynes Becken

 
     
  [von lat. sub=unter und Montes Hercyniae=Harz], von Stille 1910 stammender Begriff für die 50 km breite und 100 km lange geologische Einheit zwischen dem Nordrand des Harzes und dem Flechtinger Höhenzug. Gegen den Harz wird es von der Harznordrandstörung, gegen den Flechtinger Höhenzug durch die 100 km lange Allertal-Störungszone abgesetzt. Sie ist der südöstliche Teil des Norddeutschen Beckens und somit im Gebirgsbau von saxonischer Tektonik gekennzeichnet. Die Grenzen der Schollen im Untergrund wurden zunächst gedehnt, dann aber eingeengt, wodurch sich Salze aus dem Zechstein aufwärts bewegten. Es kam an Überschiebungszonen zur Bildung von schmalen Sätteln (z.B. Harrli, Asse), an Aufwölbungen dagegen zu breiten Sätteln (z.B. Elm, Huy, Fallstein; Abb.).


Die WNW-ESE streichenden, landschaftsgliedernden Sättel enthalten in ihren Kernen Zechstein sowie die Triaseinheiten Buntsandstein, Keuper und besonders Muschelkalk (Trias). Weiterhin ist die markant emporragende Teufelsmauer bei Quedlinburg zu nennen, die aus Sandsteinen der Kreide besteht. Die Schichten fallen insgesamt flach nach SW ein, sind aber am Harzrand steil aufgerichtet bis überkippt (Falte). Aufgrund dieser Verhältnisse treten im Südwesten im Bereich der Subherzynen Mulde die über 1000 m mächtigen Kalke der Oberkreide zutage, unterbrochen vom Trias-Rücken des Harrli bei Vienenburg. Der anschliessende Quedlinburger Sattel trennt Blankenburger und Halberstädter Mulde voneinander. Im Nordosten dominieren langgestreckte Sättel mit Zechstein im Kern, z.B. der Stassfurt-Oscherslebener und Offlebener Salzsattel. Im Unterschied zum weiter westlich gelegenen Raum besteht eine grosse Schichtlücke vom Lias bis zur unteren Kreide. Eine andere lässt Sedimente von der mittleren Kreide bis zum Pleistozän meist fehlen. Örtlich haben sich dennoch Einheiten aus dem Paläogen erhalten: Beispielsweise bildete sich im Nordosten des Offlebener Sattels die Helmstedter Mulde; in ihr sind in Sanden des Eozäns bis zu 20 m mächtige Braunkohleflöze eingeschaltet, die wirtschaftliche Bedeutung haben. Überall sind Spuren eiszeitlicher Ablagerungen (überwiegend Löss) vorhanden.

Subherzynes BeckenSubherzynes Becken: geologisches Querprofil durch die Mulde.
 
 

 

 

 
 
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