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Saltation

 
     
  äolischer Prozess, der den springenden Transport von Sandkörnern beschreibt. Saltation nimmt die zentrale Rolle bei der Dünenbildung ein und ist die Voraussetzung für Korrasion. Durch Deflation aufgenommene Sande (v.a. die Korngrössen 0,125-0,25 mm) können beim Aufprall auf den Boden ihre Energie nach den Gesetzen des quasielastischen Stosses auf die dort liegenden Körner übertragen. Diese springen hoch und beschreiben einen absteigenden Parabelbogen, der aus der Überlagerung von horizontalem Winddruck und senkrecht wirkender Schwerkraft resultiert. Dabei springen nicht alle getroffenen Körner hoch, da je nach Untergrund (locker oder fest), Kornform und -grösse sowie Einschlagwinkel ein Teil der Energie in Reibung übergeht oder zu Reptation (meist gröberer Körner) führt (Abb.). Die Grenzgeschwindigkeit für beginnende Saltation wird mit Werten zwischen 12 und 20 km/h angegeben. Das Verhältnis von Sprunghöhe zu Sprungweite variiert nach Untersuchungen zwischen 1:6 bis 1:15, wobei Höhen über 1 m selten überstiegen werden. Die grössten Sprunghöhen und damit auch Sprungweiten erreichen gut gerundete Körner auf festem Untergrund, da dort die geringsten Reibungsverluste auftreten. Bei grösseren Reibungsverlusten auf lockerem Untergrund wird der Transport verlangsamt. Daher wachsen kleine Sandakkumulationen in Selbstverstärkung. Fortschreitende Akkumulation durch Saltation führt so zur Dünenbildung (Barchan, Sandschild). Nach Experimenten macht Saltation etwa 75-80% und Reptation 20-25% der Sandbewegung über eine gegebene Messstrecke aus.

SaltationSaltation: Prinzip des äolischen Transportes (R=Reptation, S=Saltation).
 
 

 

 

 
 
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