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Redaktionsplan

 
     
  systematische textliche, häufig tabellarisch und graphisch ergänzte Zusammenstellung aller Angaben und Anweisungen, die für die Bearbeitung und Herstellung eines kartographischen Produkts erforderlich sind. Der Redaktionsplan wird von Kartenredakteuren ausgearbeitet, unter Umständen auf Grundlage einer redaktionellen Konzeption. Er enthält die notwendigen Einzelheiten zum Kartenentwurf, zur Herstellung der kartographischen Originale und zur Vervielfältigung sowie der Planung des technischen, organisatorischen und zeitlichen Ablaufs der Arbeiten (evtl. als Ablaufschema oder Durchlaufplan). Festlegungen über Massnahmen nach der Fertigstellung des Produkts, z.B. die Archivierung von Originalen oder Dateien, sind möglicher Bestandteil. Umfang und Struktur von Redaktionsplänen können je nach Art des Vorhabens und der kartographischen Einrichtung verschieden sein. a) In der amtlichen Kartographie sind zahlreiche der in anderen Bereichen auszuarbeitenden Teile des Plans bereits vorgegeben. Das betrifft u.a. Ausgangsmaterial, Massstäbe, Blattschnitte, kartentechnische Verfahren und Fortführungszyklen. Die Gesamtgestaltung der Karten ist in Zeichenvorschriften und Musterblättern festgelegt, für die Generalisierung gelten Richtlinien, so dass der Redaktionsplan vor allem die Abfolge der Arbeiten regelt. Redaktionelle Anweisungen für bestimmte Kartenblätter beziehen sich auf regionale Besonderheiten (z.B. Felsdarstellung) und die Verwendung spezieller kartographischer Quellen. Die Umstellung eines analogen topographischen Kartenwerkes auf einen anderen Zeichenschlüssel, vor allem aber der Aufbau digitaler topographischer Kartenwerke (ATKIS) erfordern allerdings eine wesentlich umfang- und detailreichere redaktionelle Planung. b) In kartographischen Verlagen muss sich der Redaktionsplan in die Verlagsplanung einfügen, die Fortführungen und Neubearbeitungen vorsehen kann. Für Atlanten und Serien gleichartiger Karten umfasst der Redaktionsplan zumindest ein Kartenverzeichnis in der vorgesehenen Kartenfolge und deren Bearbeitungsfolge, die Zusammenstellung des Ausgangsmaterials einschliesslich seiner kritischen Bewertung, Festlegungen zum Layout des Bandes bzw. der Karten, den oder die Zeichenschlüssel, Anweisungen für die Generalisierung, u.U. Musterkarten oder Musterausschnitte. Die Verfahren für den Kartenentwurf und die Originalherstellung werden bestimmt. Weitere Bestandteile sind die Kalkulation der Kosten, benötigte Arbeitskräfte und Durchlaufzeiten. c) In der thematischen Kartographie, soweit sie institutionalisiert ist, sind ähnliche Redaktionspläne wie unter a) und b) beschrieben üblich, so für die Bearbeitung thematischer Kartenwerke, z.B. die der Geologie. Wird die Bearbeitung thematischer Karten an ein kartographisches Unternehmen gegeben, entsteht der Redaktionsplan zumeist nach den Vorgaben des Auftraggebers und ist von diesem zu bestätigen. Es empfiehlt sich, eine Kurzbeschreibung des Karteninhalts und des vorgesehenen Verwendungszwecks aufzunehmen. Neben der Festlegung von Kartentitel, Massstab und Kartenformat sind detaillierte Angaben erforderlich über das Autorenoriginal, das Ausgangs- und Zusatzmaterial bzw. die Ausgangsdaten, die u.U. vom Auftraggeber zur Verfügung zu stellen sind. Des weiteren sollte der Redaktionsplan enthalten: das Kartenlayout einschliesslich der Rückseitengestaltung, evtl. einen Standbogen, den Legendenentwurf mit dem verbindlichen Zeichenschlüssel und Legendentext, bei komplizierten Karten einen Musterausschnitt, Festlegungen zur Beschriftung und die zu verwendenden Kartenschriften sowie Angaben zum Impressum. An drucktechnischen Angaben sind erforderlich: Papierformat und -qualität, die Farbskala, die Auflagenhöhe, evtl. der Beschnitt und die Falzung oder Bindung. Informationen über Ansprechpartner (Autor, Redakteur) sowie Termine für die Fertigstellung von Zwischenprodukten zur Korrekturlesung sichern das reibungslose Zusammenwirken der Beteiligten. Vereinbarungen über die Termine für den Druck und die Auslieferung sowie über den Verbleib der Kartenoriginale oder Dateien sind u.U. Bestandteil des Redaktionsplanes.  
 

 

 

 
 
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