Lexikon Geologie Geografie Geowissenschaften  
Suche :        
   A   B   C   D   E   F   G   H   I   J   K   L   M   N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   X   Y   Z   #   

 

 
 

Plankton

 
     
  Gesamtheit der frei im Wasser schwebenden Organismen (Plankter), die keine oder nur eine sehr geringe Eigenbewegung haben, so dass sie alleine durch Wasserströmungen Ortsveränderungen in horizontaler Richtung durchführen. Man unterscheidet deshalb vom Plankton (Abb.) das Nekton, welches in der Lage ist sich gegen die Strömung fortzubewegen. In vertikaler Richtung sind auch viele Organismen des Planktons in der Lage, Ortsveränderungen in Abhängigkeit von Temperatur, Lichtintensität und chemischen Gegebenheiten durchzuführen. Daher kann in grösseren Gewässern eine entsprechende Schichtung des Planktons vorkommen, in Abhängigkeit von Tages- und Jahreszeit. Plankton-Organismen sind gekennzeichnet durch morphologische Sonderbildungen, die das Schweben im Wasser erleichtern und die Absinkgeschwindigkeit verringern. Dazu gehören vor allem die Dichteverringerung durch den Einbau von Öl, Gas oder Fett oder durch die Einlagerung von Wasser (z.B. bei Quallen) und die Oberflächenvergrösserung durch die Entwicklung von Körperanhängen bzw. die Verhältnisoptimierung von Körperoberfläche zu Körpervolumen. Nur wenige Vertreter des Planktons (Foraminiferen, Radiolarien, Diatomeen, verschiedene Flagellaten) haben ein »ballastbringendes« Skelett entwickelt. Nach seiner Grösse wird das Plankton klassifiziert in Megaloplankton ( > 1 m), Makroplankton (5 mm-1 m), Mesoplankton (1-5 mm), Mikroplankton (0,05-1 mm) und Nannoplankton ( < 0,05 mm). Da das Plankton den vorherrschenden Strömungen unterliegt, kann es über weite Strecken verfrachtet werden. Aufgrund dieser Begebenheit haben fossile Reste von planktonisch lebenden Organismen oftmals den Charakter von Leitfossilien und dienen zur Korrelation geologischer Profile über grosse geographische Distanzen.


Plankton ist besonders für Fische und Bartenwale eine ausserordentlich wichtige Grundnahrung und steht somit am Anfang der Nahrungskette. Plankton besteht aus pflanzlichen Anteilen (Phytoplankton,


v.a. aus Blaualgen und Algen bestehend) und den als Zooplankton bezeichneten planktisch lebenden Tieren, welche nach heutigem Wissensstand die Hauptmasse des Plankton darstellen. Wichtige tierische Gruppen sind Protozoen, Rotatorien und Crustaceen. Abgestorbenes Zooplankton wird im Meer zu planktogenen Sedimentgesteinen umgewandelt. Die Lebensgemeinschaften des Planktons lassen sich nach Meeres-Plankton (Hali-Plankton) und Süsswasser-Plankton (Limno-Plankton) unterscheiden. Die weitere ökologische Untergliederung ergibt sich aus dem jeweiligen Gewässerbereich. Zum ozeanischen Plankton der freien See gehören vor allem Einzeller, Medusen, Quallen, Schnecken, Kleinkrebse und Manteltiere. Das neritische Plankton der Schelfzone ist zusätzlich mit Larvenstadien von Organismen angereichert, welche im Erwachsenenstadium nicht mehr zum Plankton gehören, beispielsweise Hohltiere, Krebse, Würmer und Fische. Zudem bestehen Unterschiede der Arten-Zusammensetzung im Brackwasser-Plankton und im Plankton salziger Binnenseen. Das Süsswasser-Plankton ist nach Quellen, Fliessgewässer und stehenden Gewässern unterteilt, im letzteren Falle zusätzlich nach der Grösse des stehenden Wasservolumens (z.B. in Seen, Teichen, Tümpeln).

PlanktonPlankton: Beispiele für Plankton.
 
 

 

 

 
 
Ein Bookmark auf diese Seite setzen:
 
 

 

 

 
 
<< vorheriger Begriff
 
nächster Begriff >>
Plankter
 
Planktontrübung
 
     

Weitere Begriffe : Photolumineszenz Sillimanitzone Rückhaltevermögen

 

 
Startseite GeoDZ
Copyright © 2010 GeoDZ.com. All rights reserved.  Nutzungsbedingungen  |  Datenschutzbestimmungen  |  Impressum