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Nekton

 
     
  alle aquatisch lebenden, aktiv schwimmenden Tiere. Seit dem Devon haben sich die heutigen Hauptvertreter des Nektons, die Fische, überaus erfolgreich entwickelt. Aquatisch lebende Reptilien (Ichthyosaurier, Mosasaurier u.a.) entwickelten sich während des Mesozoikums und werden heute noch durch Schildkröten vertreten. Seit dem Tertiär kommen Mammalia (Seekühe, Robben, Delphine, Wale) hinzu. Die Cephalopoda sind die wichtigsten Vertreter des wirbellosen Nektons. Verschiedene Anpassungen optimierten die Entwicklung einer relativ raschen und zielgerichteten Fortbewegung der sich häufig karnivor ernährenden Tiere. Von besonderer Bedeutung war neben der Perfektion der Antriebs- und Steuerungsorgane (Flossen) die Entwicklung einer ergonomische Stromlinienform mit geringem Wasserwiderstand. Funktionsmorphologisch lassen sich z.B. beim Vergleich der Körperformen von Haien, Ichthyosaurier und Delphinen (Säugetieren) grosse Analogien feststellen (Abb. 1). Die Vielfalt der Körperformen brachten andere effektive Fortbewegungsprinzipien mit sich (z.B. schlängelnde Fortbewegung der Seeschlangen und Aale, Rückstossprinzip bei den Cephalopoden). Bei den Cephalopoden ist im Lauf der stammesgeschichtlichen Entwicklung das Verschwinden von hinderlichen Skeletten zu beobachten. Bodenbezogenes Nekton ist dagegen häufig durch eine abgeplattete Körperform und oftmals starke Panzerung gekennzeichnet (Abb. 2).


Bei der fossilen Erhaltung spielt die Taphonomie eine besondere Rolle, da die Zersetzung des Körpers bereits beim Absinken in der Wassersäule beginnt. Detailreiche Erhaltung, z.B. mit Hautschatten, nahezu kompletter Skelette sind überlieferungsfähig, wenn der Körper vor seinem Zerfall sauerstoffarmes, benthosfeindliches Bodenwasser erreicht (z.B. Posidonienschiefer, Solnhofener Plattenkalk).

NektonNekton 1: Beispiel für funktionsmorphologische Analogie in der "Stromlinien"-Körperform bei unterschiedlichen Wirbeltier-Klassen.

NektonNekton 2: Beispiele für bodenbezogene Vertreter des Nektons aus dem mittleren Paläozoikum und heute.
 
 

 

 

 
 
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