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Konoskopie

 
     
  indirekte Beobachtung, Beobachtung von Interferenz- oder Achsenbildern. Bei der Konoskopie wird im Gegensatz zur normalen orthoskopischen Betrachtungsweise bei der Polarisationsmikroskopie kein vergrössertes Bild des Objekts, sondern ein indirektes Bild der Lichtquelle, eine Interferenzfigur (Interferenzbilder) beobachtet. Das Zustandekommen des konoskopischen Bildes eines optisch einachsigen Kristalls erfolgt gemäss der Abbildung. Gemäss der Orientierung der Kristallplatte liegt die Rotationsachse ihrer Indikatrix mit dem ausserordentlichen Hauptbrechungsquotienten n in Mikroskop-Achsenrichtung. Elemente konoskopischer Achsenbilder sind Isochromaten, Isogyren und Austrittspunkte von optischen Achsen. Die indirekten Bilder zeigen in der Verteilung der Interferenzfarben und der Auslöschungsstellen eine charakteristische Abhängigkeit von der optischen Symmetrie, die von hohem diagnostischem Wert ist. Bei der Konoskopie erfolgt eine Durchstrahlung des Objekts in einem möglichst weitwinkligen Beleuchtungskegel. Die Interpretation der Indikatrix zeigt, dass mit sich ändernden Einfallswinkeln und Azimuten der Lichtstrahlen sich auch die Azimute der Objektschwingungsrichtungen ändern. Bei einachsigen Kristallen schwingen die ausserordentlichen Strahlen in Ebenen, die durch die Kristallachse verlaufen. Man nennt diese Radialebenen auch Hauptschnitte. Die ordentlichen Strahlen schwingen dagegen senkrecht dazu, d.h. "tangential" zu den Interferenzstreifen. Bereiche der Interferenzfigur mit zu den Polarisatoren parallel verlaufenden Schwingungsrichtungen, d.h. Nord-Süd und Ost-West, zeigen daher Auslöschung, so dass das sog. Achsenkreuz entsteht. Es wird auch Isogyre ( =Linie gleicher Schwingungsrichtungen) genannt. Alle Strahlen aus der Richtung der optischen Achse erfahren keine Doppelbrechung. Im Mittelpunkt des beobachteten Kreuzes herrscht daher Dunkelheit. Die schräg zur optischen Achse einfallenden Strahlen erfahren Doppelbrechung.


Mit zunehmendem Einfallswinkel nimmt sowohl die Doppelbrechung als auch die durchstrahlte Schichtdicke zu. Die somit kontinuierlich ansteigenden Gangunterschiede ergeben die in der Kreuzmitte beginnende konzentrische Abfolge der Interferenzfarben. Je höher die maximale Doppelbrechung des Objekts oder die Dicke des Objektes ist, desto stärker sind die Farben zusammengedrängt.

KonoskopieKonoskopie: Zustandekommen des indirekten Bildes eines optisch einachsigen Kristalls. Die kristallographische c-Achse (optische Achse) ist der Mikroskopachse M ( = Tubusachse) parallel orientiert. Das gekennzeichnete Kristallplättchen lässt sich als tetragonaler Kristall auffassen, dessen Basis (001) senkrecht zur Mikroskopachse orientiert ist (PP = Schwingungsrichtung der aus dem Polarisator, AA = Schwingungsrichtung der aus dem Analysator heraustretenden Lichtwellen, n = Hauptbrechungsquotient, nω = Brechungsindex).
 
 

 

 

 
 
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