Lexikon Geologie Geografie Geowissenschaften  
Suche :        
   A   B   C   D   E   F   G   H   I   J   K   L   M   N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   X   Y   Z   #   

 

 
 

Insecta

 
     
  Hexapoda (Sechsbeiner, aufgrund des aus drei beintragenden Segmenten bestehenden Thorax), die heute bei weitem artenreichste Tierklasse, die alle Lebensbereiche ausser den Ozeanen erobert hat. Von den bis zu 800 Mio. angenommenen fossilen und rezenten Arten, sind bisher weltweit nur etwa eine Million Arten (davon 20.000 fossile) beschrieben. Ihre Körpergrösse variiert zwischen 0,2 mm und >30 cm. Der Kopf setzt sich aus sechs verschmolzenen Segmenten zusammen. Hier inserieren ein Antennenpaar sowie die drei anderen zu Mundwerkzeugen umgebildeten Extremitätenpaare. Das aus maximal zwölf Segmenten aufgebaute Abdomen ist extremitätenlos. Seine Flanken bleiben meist weichhäutig, während die anderen Körperabschnitte rundum sklerotisiert (verhärtet) sind.


Die zum Greifen, Beissen und Kauen entwickelten Mundgliedmassen haben sekundär unterschiedliche Funktionen übernommen. Entsprechend wurden sie in verschiedene Richtungen abgewandelt, z.B. als Leck-, Saug- oder Stechrüssel, teilweise auch als Waffen oder Imponierorgane. Der Grundtypus des Insektenbeins besteht aus fünf Hauptgliedern (Coxa, Trochanter, Femur, Tibia und Tarsus) und dient als Laufbein. Er kann zum Graben, Schwimmen, Springen etc. stark umgebildet sein. Die Dorsalseite des zweiten und dritten Thorakalsegmentes zeigt bei vielen Insekten eine Verlängerung zu seitlichen Flügeln.


Die Ontogenie erfolgt über ca. 8-15 Häutungen. Bei höher entwickelten Insekten ist zwischen dem Larvenstadium und dem Adultus (Imago) ein Puppenstadium eingeschaltet, in dem sich die körperliche Umwandlung (Metamorphose) vollzieht.


Die Insekten gliedert man in die primär flügellosen Apterygota, die vom Unterdevon (Rhynie Cherts) an bekannt sind, sowie in die primär geflügelten Formen (Pterygota, seit Karbon), die sich in zahlreiche Untergruppen gliedern. Die jungpaläozoischen Palaeodictyoptera (Urnetzflügler, Abb.) gehören zu den grössten bisher bekannten Insekten mit Flügelspannweiten über 50 cm. Eintagsfliegen und Libellen gehören ebenfalls zu den primitiven geflügelten Insekten; sie hatten ihre grösste Diversität während des Mesozoikums. Bereits im Jungpaläozoikum entstehen die Vorläufer der heutigen Schaben. Auch Formen mit stechend-saugenden Mundwerkzeugen, wie z.B. Zikaden und Pflanzenläuse, sind ab dem Perm nachgewiesen. In diese Zeit fällt ebenfalls das Auftreten der am stärksten differenzierten und sich über ein Puppenstadium entwickelnden Hexapoda.


Die Vorfahren der Insekten sind fossil nicht nachgewiesen; vermutlich gehen sie mit den Tausendfüsslern auf eine gemeinsame Arthropodenwurzel zurück. Insekten haben als landlebende Tiere nur eine geringe Aussicht auf fossile Überlieferung. Sie kommen allerdings nicht nur in festländischen Ablagerungen vor, sondern auch in marinen Sedimenten, in die sie hineingeweht wurden (z.B. im tertiären dänischen Moler). Gehäuft treten sie z.B. in der tertiären Blätterkohle von Rott auf. Besonders gut erhalten und auch relativ häufig findet man sie im tertiären Bernstein. Für stratigraphische Zwecke sind sie jedoch weitgehend ungeeignet.




InsectaInsecta: Urnetzflügler; sie gehören zu den grössten bisher bekannten Insekten mit Flügelspannweiten über 50 cm.
 
 

 

 

 
 
Ein Bookmark auf diese Seite setzen:
 
 

 

 

 
 
<< vorheriger Begriff
 
nächster Begriff >>
INSAT
 
Insektizide
 
     

Weitere Begriffe : Keimbildung Kompressibilität Histogrammstreckung

 

 
Startseite GeoDZ
Copyright © 2010 GeoDZ.com. All rights reserved.  Nutzungsbedingungen  |  Datenschutzbestimmungen  |  Impressum