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Bernstein

 
     
  Succinit, amorphes, gelbliches oder braunes fossiles Harz von Coniferen oder Laubbäumen, das in bis zu mehreren Kilogramm schweren Stücken vorkommt. Bernstein variiert in Farbe, Trübung und chemischer Zusammensetzung. Verdunstung, Polymerisation und Oxidation der Harze und Sedimentation unter Luftabschluss führt zur Bernsteinbildung. Subfossile, einige Jahrzehnte bis einige Jahrhunderte alte, in Alkohol noch relativ leicht lösliche Naturharze bezeichnet man als Kopal. Die primär in Braunkohlenlagern weltweit vorkommenden Bernsteine werden häufig umgelagert. Der wasserunlösliche Bernstein schmilzt bei 375ºC, hat eine geringe Härte (2-3) und Dichte (1,0-1,1 g/cm3) und einen hohen elektrischen Widerstand. Er wird als Schmuckstein, Isolierstoff und Lackrohstoff verwendet. Die ältesten, sehr seltenen Bernsteinfunde stammen aus der Trias; häufigere Funde stammen aus der Unterkreide (in grösseren Mengen, mit Fossilinklusen, aus dem libanesischen Hauterive). Die meisten Vorkommen sind jedoch aus dem Tertiär bekannt. Grösste Bedeutung hat der nur auf sekundärer und tertiärer Lagerstätte auftretende, im Paläogen aus Coniferen-Harzen gebildete Baltische Bernstein. Er wurde bereits im Alttertiär (Oligozän) aus seinem skandinavischen Entstehungsgebiet fluviatil in das Baltikum verfrachtet und im Pleistozän durch Eisvorstösse und Schmelzwässer im gesamten südlichen Ostseeraum verteilt. Aus Harzen von Laubbäumen bildete sich der wegen seiner Fossilinklusen und Schmucksteinqualität berühmte Dominikanische Bernstein (Mitteleozän bis Untermiozän). Im deutschen Raum wurden in jüngerer Zeit neue Lagerstätten aus den miozänen Braunkohle-Lagerstätten von Bitterfeld (Sachsen) bekannt. Bernsteinvorkommen besitzen eine besondere Bedeutung als Fossillagerstätten. Sie überliefern in fast perfekter, dreidimensionaler Erhaltung pflanzliche Reste und kleine Organismen des Bernsteinwaldes, die in anderen Sedimenten nicht oder nur schlecht erhalten überliefert sind. Dazu gehören v.a. Insekten und Spinnen. Zu den Besonderheiten gehören Skorpione, kleine Wirbeltiere (Leguane, Geckos und Frösche aus dem Dominikanischen Bernstein) und Vogelfedern. Ameisenlarven und Spinnenkokons überliefern Beispiele für Brutfürsorge; an Insekten parasitierende Fadenwürmer und Spinnmilben sind ebenfalls bekannt.  
 

 

 

 
 
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