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Gauss

 
     
  Carl Friedrich, deutscher Mathematiker, Physiker und Astronom, * 30.4.1777 Braunschweig,


† 23.2.1855 Göttingen; besuchte dank eines Stipendiums des Herzogs von Braunschweig 1792-95 das Collegium Carolinum in Braunschweig und studierte 1795-98 an der Universität in Göttingen; promovierte 1799 in Helmstedt mit einem exakten Beweis des Fundamentalsatzes der Algebra; 1807-55 Professor für Astronomie in Göttingen und Direktor der dortigen, nach seinen Plänen gebauten Sternwarte. Gauss gilt als einer der bedeutendsten Mathematiker aller Zeiten ("Princeps mathematicorum"), der aber auch bedeutende Beiträge zur Geodäsie (etwa ab 1820) und zur Physik (etwa ab 1830) lieferte. Er entwickelte unabhängig von A.-M. Legendre die "Methode der kleinsten Quadrate", welche den Einfluss zufälliger Messfehler möglichst klein zu halten erlaubt (Ausgleichungsrechnung) und wandte sie selbst mehrfach in Astronomie und Geodäsie an. Das von ihm angegebene Gausssche Fehlerverteilungsgesetz (Normalverteilung, Gausssche Glockenkurve) ist von hoher Bedeutung. Geodätisch zukunftsweisend sind seine praktischen und theoretischen Arbeiten zur Gradmessung und Landesvermessung im Königreich Hannover (1821-25). Dabei erfand er das Heliotrop, ein mit beweglichen Spiegeln ausgerüstetes Gerät zur Sichtbarmachung von Zielpunkten. Fundamental für die weitere Entwicklung der Geodäsie war die Definition der "geometrischen" bzw. "mathematischen" (eigentlich: "physikalischen") Erdgestalt (1828) als Fläche, "welche überall die Richtung der Schwere senkrecht schneidet" (1872 von Listing Geoid genannt).


Gauss erdachte die konforme (winkeltreue) querachsige Zylinderprojektion zur Abbildung der Ellipsoidoberfläche in die Ebene, die später von L.J.H. Krüger zum Gauss-Krüger-Koordinatensystem erweitert wurde. Er erdachte den Gaussschen Algorithmus zur Auflösung linearer Gleichungssysteme. Bedeutend sind ferner seine Untersuchungen zu Grundlagen der nichteuklidischen Geometrien (1816), zur Flächentheorie (1827), zur Geometrie mehrdimensionaler Räume und zur Potentialtheorie (1840). Grundlegende Arbeiten zum Erdmagnetismus schrieb er zusammen mit W. E. Weber (Bifilar-Magnetometer 1832, "Göttinger Magnetischer Verein" 1837, Phänomenologische Theorie des Erdmagnetismus 1838). Gauss war Mitglied nahezu aller namhaften Akademien.




GaussGauss , Carl Friedrich
 
 

 

 

 
 
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