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selektive Wirkung der Farbtöne und Wirkung der grundlegenden Farbkontraste hell/dunkel, warm/kalt und klar/trüb, die in der Kartengestaltung genutzt werden. Mit der Hell-Dunkel-Wirkung, der Warm-Kalt-Wirkung von Rot/Orange gegenüber Blau/Blaugrün sowie Unterschieden der Farbsättigung sind zugleich relativ starke Farbassoziationen verbunden.
Helligkeitsunterschiede bestimmen die Wahrnehmung der graphischen Strukturen nicht nur in einfarbigen, sondern auch in mehrfarbigen Karten. Mit der Verwendung dunkler Strichfarben und hellerer Flächenfarben, aber auch als Helldunkelskala wird die Hell-Dunkel-Wirkung in der Kartographie gezielt eingesetzt.
Die Warm-Kalt-Wirkung wohnt den bunten Farben als zweiter starker Gegensatz inne. Entsprechende Farbreihen, z.B. Rot - Hellrot - Weiss - Hellblau - Blau, werden häufig zur eindrucksvollen Wiedergabe bipolarer Werteskalen benutzt. Für die Ausnutzung der Warm-Kalt-Wirkung der Farben, aber auch für Gestaltung farbiger Karten allgemein, ist zu beachten, dass bunte Farben um so mehr zur kalten (Blau) oder zur warmen Seite (Rot) tendieren, je kleiner ihre Fläche, je mehr sie entsättigt, aber auch je weiter sie vom Betrachter entfernt sind. Gleiches gilt für schlechte Beleuchtungsbedingungen. Unter sehr schlechten Lichtverhältnissen wird die Warm-Kalt-Wirkung von der Hell-Dunkel-Wirkung abgelöst, weshalb z.B. in einigen topographischen Karten Siedlungsflächen gelb dargestellt sind. Die in Reliefdarstellungen ausgenutzte Farbenplastik, besonders die Luftperspektive, beruht überwiegend auf der gegensätzlichen Wirkung klarer und getrübter Farben. Die Gegensätze heller und dunkler, ungesättigter und gesättigter Farben können sowohl für sich als auch gemeinsam die Wahrnehmung von Darstellungsschichten unterstützen. |
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